Selbstversorgung bedeutet, das ganze Jahr über Zugang zu frischen, haltbaren Lebensmitteln zu haben – egal, ob du einen eigenen Garten hast oder nicht. Mit Fermentation kannst du saisonales Gemüse und Früchte haltbar machen, den Geschmack beeinflussen und deine Gesundheit fördern. In diesem Beitrag erfährst du, wie das geht – mit praktischen Tipps für die Erntesaison.
Selbstversorgung – auch ohne Garten?
Selbstversorgung bedeutet nicht nur, eigenes Gemüse anzubauen, sondern auch, saisonale Lebensmittel clever zu nutzen, um Vorräte für das ganze Jahr zu schaffen. Wenn du einen Garten hast, kannst du die Ernteschwemme (z. B. reife Karotten, Kohlrabi oder Äpfel) direkt verarbeiten. Aber auch ohne Garten kannst du selbstversorgerisch handeln: Kaufe saisonale Früchte und Gemüse günstig und frisch direkt beim Bauern oder auf dem Wochenmarkt. Besonders in der Stadt, wo viele Menschen in Wohnungen ohne Garten leben, ist das eine tolle Möglichkeit, frische Produkte wie Karotten, Rote Bete oder Weißkohl zu bekommen, wenn sie reif sind. Diese kannst du dann durch Fermentation haltbar machen und das ganze Jahr über genießen.
Was ist Fermentation? Eine uralte Methode zur Haltbarmachung
Die Fermentation ist eine uralte Technik, um Lebensmittel wie Gemüse oder Sauerkraut haltbar zu machen. Schon unsere Vorfahren nutzten die Milchsäuregärung, um das Sommergemüse für die Wintermonate zu konservieren. Bei der Fermentation werden schädliche Mikroorganismen durch nützliche Bakterien wie Lactobacillus verdrängt. Diese Bakterien erzeugen Milchsäure, die nicht nur den säuerlichen Geschmack (z. B. bei Kimchi oder Sauerkraut) verleiht, sondern auch die Haltbarkeit verlängert – ganz ohne Erhitzen oder dauerhafte Kühlung. Das macht die Fermentation zur energiesparendsten Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen, egal ob du in einer Stadtwohnung oder auf dem Land lebst. Die dabei entstehenden Fermente – also die fermentierten Produkte – sind nicht nur lecker, sondern auch gesund.

Welche Gemüse und Früchte eignen sich zum fermentieren?
Nicht jedes Gemüse oder jede Frucht ist gleich gut für die Fermentation geeignet. Hier sind einige Empfehlungen, die sich besonders für die Erntesaison eignen:
Geeignete Gemüse zur Fermentation
- Karotten: Perfekt für die Milchsäuregärung, da sie fest bleiben und eine leichte Süße mitbringen. Im Frühling kannst du junge Karotten direkt vom Bauern kaufen.
- Weißkohl: Ideal für Sauerkraut. Weißkohl ist im Sommer reif.
- Rote Bete: Gibt eine tolle Farbe und einen erdigen Geschmack. Rote Bete ist im Spätsommer reif.
- Kohlrabi: Bleibt knackig und entwickelt eine milde Säure. Kohlrabi ist im Frühling und Sommer verfügbar.
- Gurken: Perfekt für fermentierte Gewürzgurken. Gurken sind im Sommer reif.
- Radieschen: Für eine würzige Note. Radieschen kannst du im Frühling und Sommer ernten oder kaufen.
- Chinakohl: Die Basis für Kimchi, reif im Spätsommer bis Herbst.
- Blumenkohl: Bleibt bissfest, passt gut mit Gewürzen wie Kurkuma.
- Grüne Bohnen: Entwickeln eine angenehme Säure, bleiben knackig.
- Paprika: Für eine süßlich-würzige Note, besonders in Kimchi.
Geeignete Früchte zum fermentieren
- Äpfel: Ideal für Apfelessig (siehe unten). Äpfel sind im Herbst reif.
- Birnen: Entwickeln eine süß-säuerliche Note, ähnlich wie Äpfel.
- Pflaumen: Können fermentiert werden, z. B. für eine Art Umeboshi (japanische fermentierte Pflaumen). Pflaumen sind im Spätsommer reif.
- Zitronen und Orangen: Beide eignen sich gut für die Fermentation, besonders mit Salz und Gewürzen (z. B. Zimt, Nelken). Sie entwickeln eine würzige, salzig-säuerliche Note, die in der Küche vielseitig einsetzbar ist (z. B. für Dressings, Marinaden oder als Geschmacksverstärker). Zitronen und Orangen sind ganzjährig verfügbar, aber im Winter oft günstiger.
- Trauben: Können fermentiert werden, z. B. für Essig.
- Pfirsiche/Nektarinen: In kleinen Mengen mit Salz oder in Kombination mit Gemüse (z. B. in Kimchi), entwickeln sie eine süß-säuerliche Note.
Früchte, die nicht für Fermentation geeignet sind
Einige Früchte sind für die klassische Milchsäuregärung ungeeignet, da sie zu weich werden, zu viel Zucker enthalten oder die Gärung in eine unerwünschte Richtung (z. B. alkoholische Gärung oder Fäulnis) lenken:
- Bananen: Werden schnell matschig und fördern eine alkoholische Gärung, da sie sehr zuckerreich sind.
- Mango: Zu weich und zuckerreich, neigt zu Fäulnis oder alkoholischer Gärung.
- Ananas: Sehr zuckerreich und weich, neigt zu einer schnellen alkoholischen Gärung.
- Weiche, überreife Früchte (z. B. überreife Erdbeeren, Pfirsiche): Werden matschig und fördern Fäulnis.
- Avocado: Zu fettreich und weich, nicht geeignet für Milchsäuregärung, da sie schnell fault.
Tipp: Wähle immer frische, unbeschädigte Gemüse und Früchte, da faulige Stellen die Fermentation stören können. Bio-Produkte sind ideal, da sie keine Pestizide enthalten, die die Bakterien beeinträchtigen könnten. Hier habe ich dir ein PDF zum kostenlosen Download erstellt: Obst und Gemüse der Saison
Wie funktioniert die Fermentation von Gemüse? Schritt-für-Schritt-Anleitung
Das fermentieren von Gemüse ist einfacher, als du denkst. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du fermentierte Nahrungsmittel wie Sauerkraut oder Kimchi herstellen kannst:
- Gemüse vorbereiten: Schneide dein Gemüse (z. B. Karotten, Kohlrabi oder Rote Bete) in kleine Stücke. Du kannst saisonale Produkte selbst ernten, oder direkt vom Bauern kaufen, wenn sie reif und günstig sind.
- Salzlake herstellen: Mische Wasser mit Speisesalz zu einer 2–2,5 %igen Salzlake. Für eine 2 %ige Lake nimmst du z. B. 20 g Salz pro 1 Liter Wasser. Verwende am besten reines Meersalz oder Steinsalz ohne Zusätze – Jodsalz oder Salz mit Trennmitteln (z. B. E535) kann die Fermentation stören, da Jod und Zusatzstoffe die Milchsäurebakterien beeinträchtigen können. Die Lake sorgt für eine anaerobe Umgebung, in der schädliche Mikroorganismen absterben, während Milchsäurebakterien aktiv werden.
- Fermentieren: Lege das Gemüse in ein Glas, bedecke es komplett mit der Salzlake und verschließe das Glas mit einem Fermentationsdeckel. Dieser Deckel lässt Gase entweichen, verhindert aber, dass Luft eindringt – ein Vakuum entsteht. Ein Gewicht (z. B. ein Stein) hält das Gemüse unter der Lake, damit es nicht aufschwimmt.
- Gärung abwarten: Nach 5–7 Tage ist die Milchsäuregärung abgeschlossen. Danach kannst du das Glas in einem kühlen Keller oder Kühlschrank lagern – es hält viele Monate, solange das Gemüse von der Lake bedeckt ist.
Tipp: Ein guter Fermentationsdeckel ist essenziell. Hier ein hochwertiger Fermentationsdeckel auf Amazon . Auch ein passendes Gewicht ist wichtig – dieses Fermentationsgewicht auf Amazon hält dein Gemüse sicher unter der Lake.
Welche Glasgröße eignet sich für die Fermentation?
Die Wahl der Glasgröße hängt von der Menge ab, die du fermentieren möchtest, und wie oft du das Ferment verwendest:
- 500 ml bis 1 Liter: Ideal für kleine Haushalte oder Anfänger, die mit kleinen Mengen starten möchtest (z. B. 300–500 g Gemüse). Diese Größe ist praktisch, wenn du verschiedene Sorten ausprobieren möchtest, z. B. Karotten mit Dill und Rote Bete mit Knoblauch. Oder auch für Obst und Gemüse welches man nicht so häufig nutzt. Ich verwende die kleinen Mengen auch immer für Experimente. Hier sind ideale 900 ml-Gläser bei Amazon perfekt dazu gibt es noch die Gärsiebe für die Gläser. Diese halten das fermentierte Gemüse in der Lake und verhindern so Schimmelbildung und Verderben.
- 2 Liter: Eignet sich für mittlere Mengen (z. B. 1–1,5 kg Gemüse), wie ein kleines Glas Sauerkraut oder Kimchi. Diese Größe ist gut, wenn du regelmäßig fermentierst und einen Vorrat für 1–2 Monate brauchst. Hier komplett mit Deckel und Fermentiergewicht
- 4 Liter oder mehr: „Rentiert“ sich, wenn du größere Mengen verarbeiten möchtest, z. B. bei einer Ernteschwemme (2–3 kg Gemüse oder mehr). Das ist ideal für Sauerkraut, Kimchi oder Apfelessig, wenn du viele Äpfel hast. Größere Gläser sind auch praktisch, wenn du für eine größere Familie fermentierst oder Vorräte für den ganzen Winter anlegen möchtest. Ein Vorteil größerer Gläser ist, dass du nur die gewünschte Menge entnehmen kannst, ohne das gesamte Glas aufbrauchen zu müssen (siehe Entnahme-Anleitung unten). Die Gläser bekommst du hier (bei Amazon kaufen)

Tipp: Für Anfänger empfehle ich, mit 1-Liter-Gläsern zu starten – sie sind handlich und du kannst verschiedene Rezepte ausprobieren. Wenn du merkst, dass du mehr fermentierst, lohnt sich die Investition in 2- oder 4-Liter-Gläser, wie diese 4-Liter-Gläser auf Amazon Ich empfehle immer die Standard-Gläser. Hier bekommt man für nur wenige Cent die passenden Deckel. Die Deckel sind meist das Problem bei der Konservierung. Ich verwende nur frische Deckel. Diese Deckel werden in „TO“-Maßen angegeben. Bei 4-Liter-Gläsern wären es TO-100.
Konkrete Tipps: Karotten und Apfelessig fermentieren
Karotten fermentieren
Karotten sind ideal für die Fermentation, da sie knackig bleiben und eine leichte Süße mitbringen. So kannst du Karotten zu einem gesunden Ferment machen:
- Schneide 500 g Karotten in dünne Stifte oder Scheiben.
- Bereite eine 2 %ige Salzlake vor (20 g reines Meersalz auf 1 Liter Wasser).
- Lege die Karotten in ein Glas, füge optional Gewürze hinzu (z. B. Dill, Senfkörner oder Ingwer für eine würzige Note).
- Gieße die Salzlake darüber, bis die Karotten bedeckt sind, und beschwere sie mit einem Gewicht.
- Verschließe das Glas mit einem Fermentationsdeckel und lasse es 5–7 Tage bei 18–22 °C fermentieren.
- Lagere die Karotten danach im Kühlschrank oder an einem kühlen Raum – sie halten 6–12 Monate.
Apfelessig selbst fermentieren
Apfelessig ist ein vielseitiges Ferment, das du leicht selbst machen kannst. Es ist nicht nur ein praktisches Küchenprodukt (z. B. für Salzlaken oder Dressings), sondern auch ein bekanntes Gesundheitslebensmittel, das die Verdauung fördert und das Immunsystem stärkt. Mehr dazu in einem separaten Beitrag, den wir bald veröffentlichen. So machst du Apfelessig:
- Schneide 1 kg Äpfel (am besten aus der Ernteschwemme im Herbst) in kleine Stücke, inklusive Schale und Kerngehäuse.
- Lege die Äpfel in ein 4-Liter-Glas und bedecke sie mit Wasser (ca. 2–3 Liter).
- Verschließe das Glas mit einem Fermentationsdeckel, der Gase entweichen lässt, und lasse es 4–6 Wochen bei 18–22 °C fermentieren. Rühre alle paar Tage um, damit kein Schimmel entsteht.
- Sobald die Flüssigkeit säuerlich riecht und schmeckt, seihe die Äpfel ab und fülle den Essig in saubere Flaschen.
- Der Apfelessig hält sich bei Raumtemperatur mehrere Jahre.
Häufige Fehler bei der Fermentation und wie du sie vermeidest
Beim Fermentieren können Anfänger einige Fehler machen, die die Qualität der Fermente beeinträchtigen. Hier sind die häufigsten Probleme und wie du sie vermeidest:
- Falsche Salzkonzentration: Zu wenig Salz (unter 2 %) kann dazu führen, dass schädliche Bakterien überhandnehmen – das Ferment wird matschig oder riecht faulig. Zu viel Salz (über 3 %) hemmt die Milchsäuregärung, und das Gemüse schmeckt unangenehm salzig. Halte dich an 2–2,5 % (z. B. 20 g Salz pro 1 Liter Wasser).
- Schimmelbildung: Wenn das Gemüse nicht komplett von der Lake bedeckt ist oder Luft ins Glas gelangt, kann Schimmel wachsen (z. B. weiße, grüne oder schwarze Flecken). Verwende ein Gewicht und einen Fermentationsdeckel, um das zu verhindern. Wenn Schimmel entsteht, entsorge das Ferment.
- Unzureichende Hygiene: Gläser, Deckel und Gewichte müssen steril sein. Koche sie vor der Verwendung in heißem Wasser aus, um Verunreinigungen zu vermeiden. Schmutzige Gläser können zu unangenehmen Gerüchen oder Verderb führen.
- Zu warme Temperatur: Die Fermentation sollte bei 18–22 °C stattfinden. Zu hohe Temperaturen (über 25 °C) fördern unerwünschte Gärungen, z. B. durch Hefen, die einen alkoholischen Geruch erzeugen.
- Zu lange Fermentation: Wenn du das Gemüse zu lange bei Raumtemperatur fermentieren lässt (über 7–10 Tage), kann es matschig werden. Stelle es nach 5–7 Tagen in den Kühlschrank, um den Prozess zu verlangsamen.
Geschmack beeinflussen durch Fermentation
Ein großer Vorteil der Fermentation ist, dass du den Geschmack deiner Fermente im gewissen Rahmen beeinflussen kannst. Die Milchsäuregärung sorgt für einen säuerlichen Grundgeschmack, aber du kannst mit Gewürzen und Zutaten spielen, um das Ergebnis anzupassen:
- Kimchi: Füge Chili, Knoblauch und Ingwer hinzu, um einen würzigen, scharfen Geschmack zu erzeugen.
- Sauerkraut: Mische Kümmel oder Wacholderbeeren unter, für eine klassische, aromatische Note.
- Fermentiertes Gemüse: Experimentiere mit Kräutern wie Dill, Senfkörnern oder Lorbeerblättern, um den Geschmack zu variieren.
- Fermentierte Zitronen/Orangen: Mit Salz, Zimt und Nelken für eine würzige Note.
So kannst du nicht nur Gemüse haltbar machen, sondern auch neue Geschmacksrichtungen entdecken, die perfekt zu deinem Geschmack passen.
Die gesundheitlichen Vorteile der Fermentation
Fermented foods wie Kimchi, Sauerkraut oder Apfelessig sind nicht nur lecker, sondern auch unglaublich gesund – und das auf eine bodenständige Weise, die dir echte Vorteile bringt:
- Bessere Verdauung: Die Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus) fördern eine gesunde Darmflora. Das sorgt dafür, dass dein Magen-Darm-System fit bleibt, was besonders bei körperlicher Arbeit wichtig ist.
- Stärkeres Immunsystem: Etwa 75 % der Immunabwehr findet im Darm statt. Eine gesunde Darmflora durch Fermentation hilft dir, stark zu bleiben und seltener krank zu werden – ideal, wenn du hart arbeitest.
- Mehr Energie: Während der Fermentation entstehen wertvolle Vitamine wie Vitamin C, K2 und B-Vitamine sowie Enzyme, die deinem Körper helfen, Nährstoffe besser aufzunehmen. Das gibt dir die Energie, die du für den Alltag brauchst.
- Weniger Beschwerden: Studien deuten darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel den Cholesterinspiegel senken und das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren können – ein echter Vorteil, ohne übertriebenen Hype.
Nachhaltigkeit durch Fermentation
Die Fermentation ist nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig. Sie hilft, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, indem du überschüssiges Gemüse oder Früchte (z. B. Äpfel für Apfelessig) haltbar machst. Außerdem ist sie energiesparend: Du brauchst weder Strom für die Kühlung noch Hitze zum Einkochen. Das macht die Fermentation zu einer umweltfreundlichen Methode, die perfekt zur Selbstversorgung passt – egal, ob du in der Stadt oder auf dem Land lebst.
Lagerung, Entnahme und Haltbarkeit von fermentierten Lebensmitteln
Fermented foods wie Sauerkraut oder Kimchi halten sich viele Monate, wenn du sie richtig lagerst und entnimmst. Ein großer Vorteil der Fermentation ist, dass du auch größere Mengen in einem Glas herstellen und nur die gewünschte Menge entnehmen kannst, ohne das gesamte Glas aufbrauchen zu müssen. So bleibt der Rest des Ferments lange haltbar.
Lagerung
- Temperatur: Lagere die Gläser bei 4–15 °C, z. B. im Kühlschrank oder einem kühlen Keller.
- Lichtschutz: Stelle die Gläser an einen dunklen Ort, da Licht die Qualität beeinträchtigen kann.
- Lake-Bedeckung: Das Gemüse muss immer komplett von der Salzlake bedeckt sein, um Schimmel zu vermeiden.
Entnahme: So nimmst du fermentierte Lebensmittel aus dem Glas
Ein Vorteil der Fermentation ist, dass du größere Mengen in einem Glas herstellen und bei Bedarf nur die benötigte Menge entnehmen kannst. So geht’s:
- Saubere Utensilien verwenden: Nimm die gewünschte Menge mit einem sauberen Löffel oder einer Gabel aus dem Glas. Verwende niemals schmutzige Utensilien oder deine Finger, da das Bakterien ins Glas bringen kann, die das Ferment verderben.
- Lake-Bedeckung sicherstellen: Achte darauf, dass das verbleibende Gemüse im Glas weiterhin vollständig von der Salzlake bedeckt ist. Wenn nötig, drücke das Gemüse mit einem sauberen Gewicht (z. B. einem kleinen Stein) nach unten oder füge etwas frische Salzlake (2 % Salzgehalt) hinzu, um sicherzustellen, dass keine Luft an das Gemüse kommt.
- Glas sofort wieder verschließen: Verschließe das Glas direkt nach der Entnahme, um den Kontakt mit Luft zu minimieren. Das verhindert, dass Sauerstoff in das Glas gelangt und Schimmel oder unerwünschte Bakterien wachsen.
- Hände und Arbeitsfläche sauber halten: Wasche deine Hände und reinige die Arbeitsfläche, bevor du das Glas öffnest, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Im Kühlschrank lagern: Nach der Entnahme sollte das Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden, um die Haltbarkeit des restlichen Ferments zu maximieren.
Tipp: Wenn du größere Mengen in einem Glas (z. B. 2 oder 4 Liter) fermentierst, kannst du so über Wochen oder Monate hinweg immer nur die benötigte Menge entnehmen – ideal für die Selbstversorgung.
Haltbarkeit
Mit der richtigen Lagerung hält dein Ferment 6–12 Monate oder sogar länger. Apfelessig hält sich bei Raumtemperatur mehrere Jahre. Hinweis: Bag-in-Box-Beutel, die ich in diesem Beitrag (#) (Platzhalter für internen Link) für Brühen empfohlen habe, eignen sich nicht für fermentiertes Gemüse oder Früchte, da die Lake auslaufen könnte und die Beutel für Flüssigkeiten wie Brühe oder Essig gedacht sind.
Ist es noch gut?
Rieche und probiere das Ferment vor dem Verzehr. Es sollte säuerlich und frisch riechen. Wenn es faulig, modrig oder unangenehm riecht oder Schimmel (pelzige Flecken) aufweist, entsorge es.
Wilde Fermentation vs. Kulturfermentation: Was ist der Unterschied?
Es gibt zwei Hauptarten der Fermentation:
Wilde Fermentation
Bei der wilden Fermentation nutzt du die natürlichen Bakterien, die in der Luft und auf dem Gemüse vorhanden sind. Das ist die Methode, die wir oben für Gemüse beschrieben haben. Sie ist einfach und ideal für Einsteiger. Beispiele sind Sauerkraut, Kimchi oder fermentierte Rote Bete.
Kulturfermentation
Bei der Kulturfermentation fügst du gezielt bestimmte Bakterien- oder Hefestämme hinzu, um eine kontrollierte Gärung zu erzeugen. Beispiele sind:
- Käse, Joghurt und Kefir: Mit Milchsäurebakterien.
- Bier und Wein: Mit Hefen wie Saccharomyces cerevisiae.
- Sauerteigbrot: Mit natürlicher Hefe und Lactobacillus.
- Kombucha: Mit einer SCOBY (Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast).
Die Kulturfermentation wird oft in der Lebensmittelherstellung verwendet, z. B. bei Präzisionsfermentation, um spezifische Ergebnisse zu erzielen. Auch Getränke wie Wasserkefir oder Ginger Beer fallen in diese Kategorie – mehr dazu in einem separaten Beitrag, den ich bald veröffentlichen werde.
Beliebte fermentierte Lebensmittel und Rezepte für die Erntesaison
Hier sind einige der beliebtesten fermented foods, die du in der Erntesaison machen kannst:
- Frühling: Fermentiere Radieschen oder Frühkohl (z. B. für ein leichtes Sauerkraut).
- Sommer: Nutze Gurken für fermentierte Gewürzgurken oder Weißkohl für Sauerkraut.
- Spätsommer: Verarbeite Rote Bete, Chinakohl (für Kimchi) oder Weißkohl (für Sauerkraut).
- Herbst: Fermentiere Äpfel zu Apfelessig oder Birnen für einen fruchtigen Essig.
Rezept-Tipp: Probiere unser einfaches Rezept zum Karotten fermentieren aus: Karotten fermentieren
Vielfalt der fermentierten Lebensmittel
Die Fermentation beschränkt sich nicht nur auf Gemüse und Früchte – sie umfasst eine breite Palette an Lebensmitteln, die du für die Selbstversorgung nutzen kannst. Neben Klassikern wie Sauerkraut, Kimchi und Apfelessig gehören auch Milchprodukte wie Joghurt, Kefir und Käse (z. B. Frischkäse oder Hartkäse) dazu, die durch Milchsäurebakterien oder spezielle Kulturen fermentiert werden. Getränke wie Kombucha (fermentierter Tee), Wasserkefir oder selbstgebrautes Bier entstehen durch die Arbeit von Hefen und Bakterien. Auch Brotliebhaber kommen auf ihre Kosten: Sauerteigbrot wird durch natürliche Fermentation mit Lactobacillus und Wildhefen hergestellt. In anderen Kulturen findest du weitere Beispiele wie Miso (fermentierte Sojabohnen), Tempeh (fermentierter Soja) oder Fischsauce, die ebenfalls auf Milchsäure- oder enzymatischer Gärung basieren. Diese Vielfalt zeigt, wie vielseitig Fermentation ist – ob aus deinem Garten, der Milchkuh oder der Küche!

Fazit: Fermentation für die Selbstversorgung
Die Fermentation ist eine energiesparende Methode, um Gemüse und Früchte haltbar zu machen – egal, ob du sie aus deinem Garten erntest oder saisonal beim Bauern kaufst. Du kannst größere Mengen in einem Glas fermentieren und bei Bedarf nur die benötigte Menge entnehmen, was die Methode besonders praktisch macht. Mit einfachen Mitteln wie einem Glas, Speisesalz und einem Fermentationsdeckel kannst du Fermente wie Sauerkraut, Kimchi oder Apfelessig selbst herstellen. Die Milchsäuregärung sorgt für eine gesunde Darmflora, gibt dir mehr Energie und hilft dir, stark zu bleiben – und das alles ohne teuren Schnickschnack.
Kostenloser Download des Saisonkalenders für Obst und Gemüse
Hast du schon Erfahrungen mit Fermentation gemacht? Teile deine Tipps in den Kommentaren oder schau dir unsere anderen Beiträge zur Selbstversorgung an, z. B. wie du Joghurt selbst herstellen kannst.
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