Es ist Samstagabend.
Wieder einmal.
Der Moment, an dem ich sonst an meinem Blog sitze, um einen Beitrag zur Reihe „Achtsamkeit im Alltag“ zu schreiben.
Nur…
Heute ist da: nichts.
Keine Idee. Kein Thema, das sich aufdrängt.
Und – wenn ich ehrlich bin – auch kaum Motivation.
Denn ich sehe die Zahlen.
Wieder kaum Klicks.
Wieder keine Kommentare.
Wieder die Frage: Wofür eigentlich?
Der digitale Lärm – und das stille Schreiben
Draußen, auf den Plattformen, tobt der algorithmische Orkan.
Jeder postet, sendet, streamt, kommentiert, liked, provoziert, predigt.
Der eine im Jogginganzug mit Coach-Attitüde, der andere mit veganem Kochlöffel im Tinyhaus.
Zwischen Glitzer-Filter, Endzeitwarnung und Meinungsgewitter geht jede Stimme unter, die nicht nach Aufmerksamkeit schreit.
Und dann sitze ich hier.
Mit meinem ruhigen Text.
Ohne Punchline. Ohne Call to Action. Ohne Skandal.
Achtsamkeit heißt auch: Durchhalten im Leisen
Manchmal ist Achtsamkeit nicht das bewusste Atmen oder das meditierende Schneiden von Karotten.
Manchmal ist es einfach: nicht aufhören.
Nicht aufhören zu geben.
Nicht aufhören zu formulieren, zu teilen, zu hoffen, dass irgendwo jemand mitliest – auch wenn er nicht klickt, nicht liked, nicht zurückschreibt.
Denn die Welt braucht nicht nur Lautstärke.
Sie braucht auch Räume, in denen nichts verkauft, sondern etwas gedacht wird.
Ich schreibe, obwohl es keiner erwartet
Ich schreibe diesen Text nicht, weil ich denke, dass ihn viele lesen.
Sondern weil ich spüre, dass er geschrieben werden will.
Vielleicht für dich. Vielleicht für mich. Vielleicht nur für die Stille dazwischen.
Es gibt ein Wort für diesen Zustand:
Resonanz.
Sie kommt nicht immer in Zahlen.
Oft ist sie nur ein Echo in dir selbst.
Fazit: Kein Applaus. Keine Quote. Kein Problem.
Dieser Beitrag wird vermutlich wieder still verschwinden zwischen Rezepten, Politikkommentaren und Wanderfotos.
Aber ich habe ihn geschrieben.
Nicht für Reichweite. Sondern aus Haltung.
Und genau darum geht es doch bei Achtsamkeit:
Den Moment ernst nehmen – auch wenn keiner zusieht.
Wenn du das liest, danke ich dir.
Wenn du es nicht liest – ich schreibe weiter.
Denn manchmal reicht eine stille Verbindung mehr als 10.000 Klicks im Lärm.



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