Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Ein Wegweiser - in vielen Richtungen denkbar

Zwischen den Spinnern – und dem Wegweiser

Manchmal frage ich mich, ob es richtig war, nur nach Tschechien zu ziehen. Vielleicht hätte ich weiter weg gemusst. Richtig raus.
Aber dann stehe ich hier – zwischen all dem, was kreist, was plärrt, was sich gegenseitig beschimpft –
und denke: Vielleicht ist es genau dieser Ort, an dem der Wegweiser stehen muss.

Denn wer mittendrin ist, sieht nichts.
Und wer zu weit draußen ist, wird nicht mehr gehört.

Ich bin dazwischen.
Nicht abgehoben, nicht verbittert. Nur wach.
Und vielleicht reicht das ja.

Ich habe die Welt angeschaut – und bin hier geblieben

Ich habe wirklich gesucht. Überall. Nicht nur auf Landkarten, sondern in mir.
Namibia? Zu weit weg. Zu heiß. Zu fremd.
USA? Zu laut. Zu glänzend. Zu künstlich.

Ich wollte Boden. Nicht Glanz. Ich wollte Ruhe – aber nicht Flucht.
Ich wollte Menschen, die noch selber kochen – nicht nur konsumieren.
Ich wollte ein Leben, das noch atmet, auch wenn es manchmal zieht.

Und so bin ich hier.
Zwischen Deutschland und Tschechien. Zwischen Geschichte und Gegenwart.
Zwischen Spinnern – und Wegweisern.

Vielleicht ist es nicht das perfekte Ziel.
Aber es ist kein falscher Ort.


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