Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Ceramic bowl with homemade yogurt, fresh strawberries, and vanilla seeds in a rustic kitchen

Joghurt selber machen – ohne Sägespäne aus der Industrie

Joghurt selber machen ist einfacher, als du denkst – und das Ergebnis ist ein cremiger Genuss, der Industrie-Joghurts in den Schatten stellt. Dazu braucht es auch keine Joghurtbereiter oder gar künstliche Joghurtkulturen. Aber warum Joghurt selber machen? 49 Cent für einen Becher Vanillejoghurt oder die mit Abstand beliebteste Sorte, der Erdbeerjoghurt warum Joghurt selber machen? Aber was ist da drin? Es geistert immer wieder das Gerücht „Joghurt enthält Sägespäne“ durch die sozialen Medien. Stimmt das? Ist Joghurt aus dem Supermarkt so gesund oder sollte man Joghurt besser selber machen? Das klären wir im Artikel auf und natürlich gibt es auch ein super einfaches Rezept für Joghurt mit gleich 3 Variationen. Das Rezept findest Du dann auch als PDF zum Download.

Close-up of sawdust resembling a vanilla pod shape with a bottle of artificial vanilla flavoring

Industrie-Joghurt: Joghurt Zusatzstoffe wie Sägespäne, Zucker und Chemie statt Geschmack

Stell dir vor, du greifst im Supermarkt zu einem Vanille- oder Erdbeerjoghurt. Die Verpackung verspricht „natürlichen Geschmack“, vielleicht sogar „mit echter Vanille“ oder „fruchtig-frisch“. Doch ein Blick auf die Zutatenliste zeigt: Hier ist nicht alles so natürlich, wie es scheint. Schauen wir uns die häufigsten Zusatzstoffe in Industrie-Joghurts an, die du besser meiden solltest.

Joghurt Zusatzstoffe: Künstliche Vanille aus dem Sägewerk

Vanille ist eines der teuersten Gewürze der Welt – ein Kilo Bourbon-Vanilleschoten aus Madagaskar kostet 200 – 500 Euro, je nach Ernte. Kein Wunder, dass die Industrie nach günstigeren Alternativen sucht. Doch was steckt wirklich in deinem Vanillejoghurt? „Natürliches Vanillearoma“ klingt harmlos, aber es hat oft wenig mit echter Vanille zu tun – stattdessen kommen Joghurt Zusatzstoffe wie Vanillin aus Lignin zum Einsatz, einem Bestandteil von Holzspänen oder Sägemehl. Durch chemische oder enzymatische Prozesse wird Lignin in Vanillin umgewandelt, das chemisch identisch mit dem Vanillin aus Vanilleschoten ist (C8H8O3). Wenn du das weißt, wirst du Joghurt selber machen wollen!

Chemisch wie Vanille – aber ohne 200 Aromastoffe

Aber: Es fehlen die über 200 weiteren Aromastoffe, die echte Vanille so komplex machen – ein Unterschied, den du in einem Vanillejoghurt sofort bemerkst. Laut EU-Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 darf das als „natürlich“ deklariert werden, weil der Ursprung ein Naturstoff ist – aber es ist weit weg von der Vanillepflanze. In unserem Artikel „Qualität von Vanilleschoten – Ist Bourbon-Vanille die Beste? “ erfährst du mehr über die Unterschiede zwischen echter Bourbon-Vanille (cremig-süß, aus Madagaskar) und Tahiti-Vanille (blumig). Der Unterschied ist enorm – und du wirst ihn sofort schmecken, wenn du weiterliest!

Künstliche Erdbeeren: Wenig Frucht, viel Chemie

Ein Erdbeerjoghurt klingt nach Sommer und Frische – doch die Realität ist ernüchternd. Oft enthalten Industrie-Joghurts nur 6 bis 8 Prozent echte Früchte. In einem 150-Gramm-Becher sind das gerade mal 9 bis 12 Gramm – weniger als eine Erdbeere! Der Rest des Geschmacks kommt aus Aromen, die mit echten Erdbeeren wenig zu tun haben. Diese „natürlichen“ Aromen werden oft chemisch hergestellt, zum Beispiel durch Fermentation mit Schimmelpilzen oder Bakterien, um Fruchtaromen wie Erdbeer- oder Himbeernoten zu imitieren. Das Ergebnis ist ein künstlicher Geschmack, der zwar intensiv ist, aber weit von der Frische echter Früchte entfernt. Stattdessen wird der Joghurt mit Zucker aufgefüllt, um den Geschmack zu verstärken – wie viel Zucker das ist, erfährst du gleich.

Zuckerbomben statt Geschmack

Ein weiteres Problem ist der hohe Zuckergehalt. Typische Industrie-Joghurts enthalten 10 – 13 g Zucker pro 100 g – das sind 15 – 20 g in einem 150-g-Becher, so viel wie in Cola (10,6 g/100 g). Dieser Zucker (oft Glukosesirup, Fruktose oder Saccharose) wird nicht von den Joghurtkulturen fermentiert, sondern gelangt in den Dickdarm. Dort wird er von Darmbakterien abgebaut, was Gärungsprozesse auslöst und Gase wie Wasserstoff oder Methan erzeugt.

Blähungen durch Joghurt? Nein, Zucker ist das Problem

Das Ergebnis: Blähungen, Völlegefühl und bei manchen sogar Bauchkrämpfe – Genau wie beim Weizenbrot aus der Industrie: (Lies dazu meinen Artikel: Gluten und Weizen – Ursache und Lösungen für Blähungen) Studien, wie eine im American Journal of Clinical Nutrition von 2018, zeigen, dass hoher Zuckerkonsum Entzündungen fördert, indem er proinflammatorisches Zytokin wie TNF-α anregt. Genau das Gegenteil von dem, was du dir von einem „gesunden“ Joghurt erhoffst.

„Natürliche“ Chemie: Verdickungsmittel und Säureregler

Neben Zucker enthalten Industrie-Joghurts oft Zusätze, die den Geschmack und die Konsistenz verbessern sollen – aber nicht unbedingt deine Gesundheit. Verdickungsmittel wie Pektine (aus Äpfeln oder Zitrusfrüchten) oder Stärke (aus Mais oder Kartoffeln) sorgen für Cremigkeit, besonders bei fettarmen Joghurts (0,1 – 1,8 % Fett). Säureregler wie Citronensäure (oft durch Fermentation mit Schimmelpilzen hergestellt) und Natriumcitrate geben einen frischen Geschmack, können aber bei empfindlichen Menschen den Magen-Darm-Trakt reizen. Besonders bei Menschen mit Reizdarmsyndrom oder Laktoseintoleranz können diese Zusätze Symptome wie Blähungen oder Sodbrennen verschlimmern – genau wie ich es in meinem Artikel „Fettarm – Trick der Industrie oder gesund“ beschreibe.

Warum selbstgemachter Joghurt die bessere Wahl ist

Die Google-Trends zeigen: „Joghurt Rückruf“ ist um 1200 Prozent gestiegen, was zeigt, dass Verbraucher misstrauisch sind. Rückrufe wegen Verunreinigungen oder fragwürdiger Zusätze machen Menschen vorsichtig – sie wollen die Kontrolle über ihre Lebensmittel zurück. Selbstgemachter Joghurt gibt dir genau das: Du weißt, was drin ist, und kannst auf Zucker, Aromen und Zusätze verzichten, dafür frische Früchte stattdessen frische Früchte hinzufügen. Im nächsten Abschnitt zeigen wir dir ein einfaches Grundrezept, mit dem du Joghurt selber machen kannst – ohne Chemie, ohne Zuckerbomben, und perfekt für die antientzündliche Ernährung, die 2025 immer beliebter wird.

Joghurt selber machen: Die gesunde Alternative

Selbstgemachter Joghurt ist die Antwort auf die Tricks der Industrie. Wer Tee kochen kann, kann auch Joghurt zubereiten. Mit nur wenigen Zutaten – Milch und Joghurtkulturen – zauberst du einen Joghurt, der nicht nur himmlisch schmeckt, sondern auch deiner Gesundheit guttut. Er passt perfekt zur antientzündlichen Ernährung, die 2025 immer mehr Menschen begeistert, wie die Google-Trends zeigen („antientzündliche Ernährung“ steigt an). Hier ist ein einfaches Grundrezept, das du auch für verschiedene Variationen nutzen kannst.

Rustic kitchen counter with a pot of milk being heated and a bowl of Bio-Joghurt for homemade yogurt preparation

Grundrezept: Joghurt selber machen

Zutaten für selbstgemachten Joghurt (ca. 1 Liter):

  • 1 Liter Milch (ideal: frische Bauernmilch, 3,8 – 4 % Fett – schmeckt intensiver, alternativ Vollmilch aus dem Supermarkt, 3,5 % Fett
  • 1 Becher Biojoghurt natur – kleiner Becher genügt

Equipment:

  • Topf mit mind. 2 Liter Fassungsvermögen
  • Thermometer (misst genauer die 85°C hier kaufen: Amazon )
  • Thermobehälter (z. B. Thermoskanne – hier kaufen bei Amazon
  • Joghurtgläser mit Deckel (hier kaufen: Joghurtgläser mit Deckel
  • Handtuch oder Decke (zum Warmhalten)
  • Feines Sieb oder Baumwoll-Filtertuch (für griechischen Joghurt – hier kaufen bei Amazon

Zubereitung:

Zubereitungszeit:

  • Vorbereitung: 10 Minuten
  • Fermentation: 6 – 12 Stunden
  • Kühlzeit: 2 – 3 Stunden
  • Gesamt: 8 – 15 Stunden

Schwierigkeitsgrad: Einfach
Portionen: 4–6 (je 150–200 g)

  1. Milch erhitzen: Gib die Milch in einen Topf und erhitze sie auf 85–90 °C (kurz vor dem Kochen). Das tötet schädliche Bakterien ab und denaturiert die Proteine für eine bessere Konsistenz. Ohne Thermometer: Erhitze, bis kleine Bläschen am Rand auftauchen, dann vom Herd nehmen.
  2. Abkühlen lassen: Lass die Milch auf 40 – 45 °C abkühlen – handwarm, wie ein Tee, den du gerade noch trinken kannst. Test: Finger 10 Sekunden rein – nicht zu heiß? Perfekt.
  3. Kulturen einrühren: Rühre 1 Becher Biojoghurt in die abgekühlte Milch ein. Gut verrühren, damit die Bakterien sich verteilen.
  4. Fermentieren: Fülle die Milch in ein saubere Einmachgläser oder eine Thermoskanne. Wickele es in ein Handtuch oder stelle es in einen warmen Ort (z. B. Ofen bei 40 °C oder auf die warmen Heizkörper). Lass es 6 – 12 Stunden bei 40 – 45 °C fermentieren – je länger, desto säuerlicher und laktosearmer. Das ist je nach persönlichem Geschmack.
  5. Bei den Gläsern jetzt die Deckel aufschrauben. Dabei beachten, dass der Rand wirklich sauber ist.
  6. Zum Frischverzehr den Joghurt aus der Thermoskanne in Schälchen oder eine Schüssel füllen.
  7. Kühlen: In den Kühlschrank stellen, 2 – 3 Stunden abkühlen lassen – fertig!

Vanillejoghurt selber machen – mit echter Bourbon-Vanille

Close-up of a glass jar with homemade vanilla yogurt and real Bourbon vanilla seeds on a wooden board

Für einen cremigen Vanillejoghurt ohne Zucker fügst du einfach Vanillemark direkt in die warme Milch aus dem Rezept oben hinzu. Schneide 1 – 2 Bourbon-Vanilleschoten (z. B. aus Madagaskar, 14 cm – hier kaufen bei Amazon ) längs auf, kratze das Vanillemark heraus und gib sie in Schritt 1 zur Milch, bevor du sie erhitzt. Lass die Schote während des Abkühlens in der Milch, um das Aroma zu intensivieren, und entferne sie vor dem Einrühren der Kulturen. Fahre dann wie beschrieben fort. Optional kannst du nach dem Abkühlen 1–2 TL Honig vom heimischen Imker einrühren – das passt zur antientzündlichen Ernährung. Mehr über die Herkunft und Qualität von Vanilleschoten erfährst du in unserem Artikel „Qualität von Vanilleschoten – Ist Bourbon-Vanille die Beste?“.

Griechischer Joghurt selber machen

Griechischer Joghurt hat eine dickere Konsistenz da ein Teil der Molke nach der Fermentation abgeseiht wird. Dadurch verliert der Joghurt Wasser, Laktose und einige Mineralien. Das macht ihn beliebter für Desserts, Dressings oder Tsatsiki. Er ist oftmals säuerlicher als normaler Naturjoghurt, weil durch das Abseihen auch der Milchzucker reduziert wird. Dafür ist er reicher im Geschmack und hat einen höheren Proteingehalt und einen höheren Fettanteil von 5 – 10%. Für Menschen mit leichter Laktoseintoleranz ist er oftmals verträglicher.

Für eine dickere, cremigere Konsistenz kannst du deinen fertigen Joghurt abseihen, um griechischen Joghurt zu machen. Gib den Joghurt nach Schritt 5 in ein feines Sieb oder ein Musselintuch und lass ihn 2 – 4 Stunden im Kühlschrank abtropfen, bis die Molke abgelaufen ist. Es gibt auch eine spezielle Kanne für Griechischen Joghurt: Griechischer Joghurtsieb Das Ergebnis ist ein proteinreicher, dicker Joghurt, perfekt für Desserts oder Dips wie Tsatsiki. Du kannst diesen Schritt auch beim Vanillejoghurt anwenden, um griechischen Vanillejoghurt zu erhalten – ein cremiger Genuss ohne Zusätze!

Close-up of homemade Greek yogurt being strained through a muslin cloth to remove whey

Tipps für selbstgemachten Joghurt:

  • Wiederverwendung: Nimm 2 EL von deinem Joghurt als Starter für die nächste Charge – nach 5 – 10 Durchgängen mit frischem Biojoghurt neu ansetzen.
  • Lagerung: Im Kühlschrank 1 – 2 Wochen haltbar.
  • Variation: Du kannst den Joghurt auch mit Erdbeermark verfeinern. Püriere 100 – 150 g frische Erdbeeren vom deutschen Bauern und gib das Mark in Schritt 1 zur Milch, bevor du sie auf 85 – 90 °C erhitzt. Das tötet unerwünschte Mikroorganismen ab und sorgt für einen intensiven Erdbeergeschmack. Fahre dann wie beschrieben fort – die Milch-Erdbeer-Mischung abkühlen lassen, Bio-Naturjoghurt einrühren und fermentieren. Alternativ kannst du 2 TL Chiasamen oder 20 – 30 g Blaubeeren hinzufügen – antientzündlich und lecker.
  • Man kann die Erdbeeren aber auch separat erhitzen, mit dem Pürierstab mixen, in Eiswürfelformen geben, im Gefrierschrank einfrieren. Sind die Erdbeerwürfel durchgefroren aus den Formen herausnehmen und in einem Gefrierbeutel oder einer Gefrierbox weiter im Gefrierfach lassen. So hat man auch im Winter frisches und leckeres Erdbeermark.

Möchtest du das Rezept zum Mitnehmen? Lade dir unser kostenloses PDF mit dem Joghurt-Rezept hier herunter: Rezept – selbstgemachter Joghurt.

Fazit: Selbstgemachter Joghurt – ohne Chemie, voller Geschmack

Industrie-Joghurts mögen praktisch sein, aber ihre Zusatzstoffe – von künstlichen Aromen wie „Vanille“ aus Sägespänen über wenig echte Früchte bis hin zu viel Zucker und „natürlicher“ Chemie – machen sie zu einem fragwürdigen Produkt. Selbstgemachter Joghurt ist die bessere Wahl: Du verzichtest auf Zusätze, die den Darm reizen, und bekommst puren Genuss mit natürlichen Zutaten. Die Trends 2025 zeigen, dass Menschen wie du – die Joghurt selber machen und auf ehrliche Lebensmittel setzen – auf dem richtigen Weg sind.

Selbstgemachter Joghurt ohne Zucker passt perfekt zur antientzündlichen Ernährung und zur Selbstversorgung. Also, worauf wartest du? Schnapp dir frische Milch und leg los – dein Joghurt wird es dir danken! Teile dein Ergebnis in den Kommentaren, und schau dir mehr Rezepte in unserer Kategorie Rezeptideen an – zum Beispiel unser verträgliches Bauernbrot, das du im Gusstopf backen kannst, oder lerne, wie du Karotten fermentieren kannst, um noch mehr selbstgemachte, gesunde Lebensmittel zu genießen.

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