Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
3 Holzweihnachtsbäume aus einem Fichtenbrett mit Kugeln und Sternen. Der Ständer mit einer Vertiefung als Kerzenständer auf einer weihnachtlichen Tischdecke mit einem rustikalen Sofa im Hintergrund.

Drei einfache Weihnachtsbäume aus Holz – handgemacht aus einem alten Brett

Weihnachten kommt jedes Jahr schneller, als man denkt. Und während in den Läden schon seit September Glitzerdeko im Regal steht, wollte ich diesmal etwas bauen, das ruhig, schlicht und natürlich ist. Kein Plastik, kein Kitsch – nur ein altes Stück Fichtenholz, ein paar Werkzeuge und etwas Zeit.

In diesem Beitrag zeige ich dir drei Varianten von kleinen Weihnachtsbäumen aus Holz, die du ganz einfach selbst nachbauen kannst.
Sie passen auf jeden Tisch, ins Fensterbrett oder ins Regal und bringen ein bisschen Wärme in die Adventszeit – ohne viel Aufwand.

Material: Ein altes Brett reicht aus

Ich habe dafür ein Fichtenbrett von einem alten Regal verwendet.
Breite: 19 cm
Länge: 1 Meter
Dicke nach dem Hobeln: 19 mm

Reicht für mehrere Bäume – und das Holz bekommt ein zweites Leben.
Besser geht’s nicht.

Grundform zuschneiden

Die Form der drei Bäume ist bewusst simpel: ein Dreieck.

  • an der Kappsäge auf 22° geschnitten
  • Dreiecke der gewünschten Größe abwechselnd links und rechts abgeschnitten
  • fertig ist die Grundform
Eine Person schneidet an einer Kappsäge ein Brett in passende Länge

Mehr braucht es nicht, und genau darin liegt der Charme.

Kreise bohren – für Licht, Kugeln oder einfach Deko

Dann zeichne ich mir mit dem 73mm-Aufsatz der Lochsäge (optional 68 mm) 2 Löcher (siehe Bild) an.

Das Schöne:
Die herausgeschnittenen Holzscheiben wandern nicht in den Müll, sondern werden weiterverwendet – als Standfuß oder Teelichthalter.

Skizze von Deko-Weihnachtsbaum. Anbringen der Bohrungen für die Ausschnitte

In einem Ausschnitt davon wird mit dem 40 mm Forstnerbohrer ein Loch von etwa 15 mm Tiefe gebohrt. Das Loch muss 40 mm im Durchmesser sein, da die Teelichte in der Regel über 35 mm Durchmesser haben.

Oberhalb der Mitte der Ausschnitte bohre ich noch jeweils ein Loch mit etwa 3 mm Durchmesser durch das Holz. Hier kann man später den Draht für die Kugeln, Sterne oder Herzen zum befestigen anbringen.

Ein Forstnerbohrer in einer Ständerbohrmaschine bohrt ein Loch in ein Stück Holzbrett. Gehalten von einer Schraubzwinge

Das Schöne:
Die herausgeschnittenen Holzscheiben wandern nicht in den Müll, sondern werden weiterverwendet – als Standfuß oder Teelichthalter.

Ich verzichte auf nervige Bannerwerbung.
Dieser Blog finanziert sich durch ehrliche Empfehlungen und eure Unterstützung.

☕ Kaffee ausgeben (ab 1 €)

❤️ Danke – du hältst den Blog am Laufen!

Nachhaltigkeit in ihrer einfachsten Form.

Schleifen – bis das Holz warm wird

Mit Bandschleifer und Handschliff wird das Holz schön weich.
Hier lohnt es sich, zwei Minuten länger zu investieren.
Kantig können andere. Wir nicht.

Nun die Teile alle schleifen. Ich beginne bei gehobelten Holz immer bei der Körnung 120 und schleife dann für solche Dekoobjekte nochmal mit Körnung 180.

Um einen rechten Winkel an die Unterseite und den Kerzenhalter zu schleifen, benutze ich immer den Tellerschleifer von Güde. Mit dem angebauten Tisch lässt sich schön ein sauberer rechter Winkel schleifen. Die Kanten und den runden Ausschnitt schleife ich von Hand mit 180er Schleifpapier nach.

Beliebte Beiträge

Standfuß anbringen

Den geschliffenen Kerzenhalter klebe ich jetzt mit Leim etwas seitlich versetzt von der Mitte neben den unteren Ausschnitt an die untere Kante des Baums. Zur Sicherheit tackere ich den Kerzenhalter noch immer von hinten mit 2 Tackerklammern fest.

Nach dem Trocknen des Leims entferne ich die Leimreste und schleife eventuelle Stellen an denen Leim zu sehen ist, nochmal nach.

Die Oberfläche – drei Varianten

Ich habe drei Finishes ausprobiert:

a) Reines Leinöl

Nun geht es an die Versiegelung. Für die natürliche Versiegelung haben wir unser selbstgepresstes Leinöl. Die Leinsaat haben wir von einem Landwirt aus der Region und pressen diesen nach Bedarf mit unserer Ölpresse. Nach etwa 24 Stunden haben sich die Schwebstoffe abgesetzt und man kann das Öl mit einem Pinsel oder einfach einem Küchentuch auf das Objekt aufbringen. Nach etwa 30 Minuten das überflüssige Öl abwischen und trocknen lassen. Am nächsten Tag kann man den Vorgang wiederholen. Bis zum endgültigen Trocknen dauert es an einem zimmerwarmen Ort etwa 1 Woche.

Reines Leinöl hat gegenüber den fertigen Ölmischungen oder Leinölfirnis den Vorteil, dass es tiefer ins Holz eindringt und somit dauerhaften Schutz gewährleistet. Auch ist es gesundheitlich völlig unbedenklich.

Auch Walnussöl geht gut zum Holzschutz und ergibt eine schöne Maßerung: Hier bei Amazon kaufen

b) Leinöl-Bienenwachs-Mischung

Matte, warme Oberfläche.
Gut für natürliche Deko.

Eine Person zeigt einen fertigen Weihnachtsbaum aus einem Brett mit einem Loch für eine Kugel oder Stern in der Mitte.

c) Goldspray

Für alle, die es etwas festlicher mögen.
Maserung bleibt trotzdem sichtbar.

Jede Variante hat ihren eigenen Charakter – genau wie die Bäume.

Standfuß montieren

Die Holzscheiben vom Bohren passen perfekt als kleine Füße.
Ein Tropfen Leim, leicht andrücken, fertig.
Sicherer Stand, natürlicher Look.

Bauanleitung und Skizze zum Download

In unserem Gumroad-Shop gibt hier die Bauanleitung zum Download

Fertig – drei ruhige Dekoideen für die Adventszeit

Die kleinen Holz-Christbäume sind schnell gebaut, schlicht und langlebig.
Sie passen gut zu einem natürlichen Zuhause, zu Selbstversorgung, zum Selbermachen – und zu einem Dezember, der nicht nur aus Lichterketten besteht.

Das Video zum Projekt findest du hier:

Meistgelesen: