Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Ein gebratenes Steak auf einem rustikalen Holzbrett mit Fleischthermometer

Fleisch richtig garen: Die besten Kerntemperaturen im Überblick

Warum Temperatur das beste Gewürz ist.

Viele kochen nach Gefühl – und manchmal klappt’s, manchmal eben nicht. Doch wer einmal erlebt hat, wie zart ein Steak bei 56 °C wird oder wie saftig ein Schweinefilet bei 62 °C bleibt, versteht:
Kerntemperatur ist kein Hexenwerk, sondern ehrliches Handwerk.

Ein Fleischthermometer zeigt, was wirklich im Inneren passiert.
Kein Raten, kein Aufschneiden, kein „das müsste jetzt eigentlich fertig sein“ – sondern echtes Wissen in Grad Celsius.

🔥 Warum die Kerntemperatur so wichtig ist

Beim Garen verändern sich die Eiweiße im Fleisch.
Ab etwa 40 °C beginnen sie zu gerinnen, bei 55–60 °C tritt der Fleischsaft aus, ab 70 °C ist fast alles denaturiert – also „durch“.
Die Kunst liegt darin, den Punkt zwischen roh und trocken zu treffen.

Wer das beherrscht, bekommt nicht nur besseren Geschmack, sondern auch:

  • Sicherheit: Keine rohen Geflügelkerne mehr.
  • Reproduzierbarkeit: Immer gleiche Ergebnisse, egal ob Pfanne, Ofen oder Grill.
  • Selbstvertrauen: Weil du weißt, was du tust – und nicht rätst.

🧂 Sicherheit vs. Genuss

Nicht jedes Fleisch braucht dieselbe Temperatur.
Bei Geflügel und Hackfleisch zählt Hygiene – da müssen Keime sicher abgetötet werden.
Bei Rind, Lamm oder Wild darf es ruhig etwas rosa sein, solange die Oberfläche gut angebraten ist.

FleischartEmpfehlungKerntemperatur
Rind (Steak, Roastbeef)Rare / blutig45–48 °C
Medium rare (englisch)50–52 °C
Medium54–56 °C
Medium well58–60 °C
Well done / durch65–70 °C
Rinderbratensaftig60–65 °C
durch70–75 °C
Schwein (Filet, Kotelett)rosa60–63 °C
durch68–75 °C
Hackfleisch (alle Arten)sicher gegart≥ 72 °C
Geflügel (Huhn, Pute)sicher gegart72–80 °C
Ente (rosa)saftig60–65 °C
Ente (durch)knusprig70–75 °C
Lamm (Rücken, Keule)rosa58–62 °C
durch68–72 °C
Reh / Hirschrückenrosa55–60 °C
Wildschweindurch70–75 °C
Fisch (Lachs, Forelle)glasig / saftig50–60 °C

Ich habe mich nach einem Fleischthermometer umgeschaut. Habe doch einige Fleischthermometer ausprobiert. Das maxtachi-Fleischthermometer hat mich überzeugt. Schnelle Temperaturanzeige, klappbar und trotzdem ein Kabelthermometer dabei. Hier bei Amazon kaufen

🧰 So benutzt man das Fleischthermometer richtig

  1. Messpunkt: Fühler in die Mitte des dicksten Stücks stecken – nicht in Fett oder Knochen.
  2. Vor dem Garen: Bei Ofengerichten den Fühler gleich zu Beginn setzen, beim Grillen nach dem Wenden messen.
  3. Nach dem Garen: Fleisch immer 5–10 Minuten ruhen lassen. Die Temperatur steigt dabei meist um 2–3 °C – das sogenannte Nachgaren.
  4. Regelmäßigkeit: Jedes Fleischstück reagiert etwas anders. Notiere dir deine Idealtemperaturen – so wirst du mit jedem Mal besser.

Hier eine kostenlose PDF-Tabelle zum Download

📊 Warum „nach Zeit“ nicht funktioniert

Ein Kilo Braten braucht keine „90 Minuten“, sondern so lange, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist.
Denn die Garzeit hängt ab von:

  • Form und Dicke des Fleisches,
  • Anfangstemperatur (Kühlschrank oder Raumtemperatur),
  • und der Ofen- oder Grilltemperatur.

Die Uhr ist also nur grob eine Hilfe.
Die Temperatur im Inneren ist der wahre Maßstab – sie entscheidet über Zartheit oder Zähigkeit.

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❓ Fragen & Antworten zur Kerntemperatur

Wie misst man die Kerntemperatur richtig?

Das Thermometer gehört in die Mitte des dicksten Stücks – also dahin, wo die Hitze zuletzt hinkommt. Vermeide Fett und Knochen, die verfälschen die Messung.

Was ist eine gute Kerntemperatur für Steak?

Für die meisten ideal: 54–56 °C (Medium). Wer es weniger rosa mag, nimmt 58–60 °C. Darüber wird’s schnell trocken.

Warum muss Fleisch nach dem Garen ruhen?

Während der Ruhzeit verteilt sich der Saft neu, und die Temperatur steigt um ca. 2–3 °C (Nachgaren). Wer sofort schneidet, verliert Saft und Geschmack.

Kann man Hackfleisch rosa essen?

Nein. Hackfleisch sollte immer mindestens 72 °C erreichen, weil Keime durch das Zerkleinern im ganzen Fleisch verteilt sind.

Braucht man wirklich ein Fleischthermometer?

Wenn du regelmäßig Fleisch zubereitest: Ja. Kostet wenig, hält ewig – und beendet das ewige „Ist das schon durch?“. Reproduzierbare Ergebnisse = mehr Genuss.

Wie kann man die Temperatur ohne Thermometer abschätzen?

Mit dem Fingerdrucktest (nur grob!):

Weich wie Wange = rare • Etwas fester wie Kinn = medium • Hart wie Stirn = durch

Trotzdem gilt: Ein Thermometer irrt nicht – und spart Nerven.

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💡 Fazit

Ein Fleischthermometer ist kein Luxusgerät, sondern ein Werkzeug wie jedes andere.
Es ersetzt Erfahrung nicht – es unterstützt sie.

Wer weiß, bei welcher Temperatur sein Lieblingssteak perfekt ist,
lebt nicht pedantisch, sondern achtsam – mit Respekt vor dem Lebensmittel.

Denn gutes Essen beginnt nicht bei Rezepten,
sondern beim Verstehen der Grundlagen.