Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Drei Einkochautomaten im Vergleich – Edelstahlgerät neben zwei Emaille-Automaten, Küchenumgebung – Test Emaille oder Edelstahl

Einkochautomaten im Test: Emaille oder Edelstahl? Unsere Erfahrungen im Praxisvergleich

Einkochen ist eine der effizientesten Methoden, Lebensmittel haltbar zu machen. Ein Einkochautomat hält die Zieltemperatur konstant, arbeitet gleichmäßiger als eine einzelne Herdplatte und entlastet die Küche bei größeren Mengen. Statt neben dem Topf zu stehen, kannst du parallel Gläser vorbereiten, Etiketten schreiben oder schon die nächste Charge planen.

Auch bei Partys, Festen, für Veranstaltungen kann man Einkochautomaten nutzen. Ob Tee, Kaffee, Glühwein oder Punsch zu erhitzen und warmzuhalten oder auch Suppen und Eintöpfe in größeren Mengen zu erhitzen und warmzuhalten.

Wir nutzen unsere Einkochautomaten zum Entsaften von Beeren, Pflaumen. Zum pasteurisieren von Säften, zum sterilisieren von Wurstwaren, aber auch zur Wurstherstellung. Und natürlich zum Einkochen verschiedenster Gläser. Wie hier z. B. Bohnen haltbar machen durch Sterilisation Welcher Einkochautomat sich bei uns bewährt hat, zeigen wir im folgenden Beitrag.

Emaille oder Edelstahl – worin unterscheiden sich die Geräte wirklich?

Emaille (die günstige Einstiegslösung)

  • Preis: oft unter 100 €, attraktiv für den Einstieg.
  • Wärmeverteilung: nicht immer ideal; „heiße Zonen“ möglich.
  • Robustheit: empfindlich gegen Kratzer/Abplatzungen; wenn die Beschichtung leidet, droht Rost.
  • Reinigung: geht, aber Kratzer und Säfte/Farben setzen sichtbare Spuren.

Unser günstigster Einkochautomat von Severin EA3653 mit 29 l Volumen und 1800 Watt. Diesen haben wir seit 2020. Auslaufhahn, Temperaturregelung. Leider nicht mehr lieferbar. Vergleichbares Gerät bei Amazon

Praxisbeobachtung aus unserem Test: Der Emaille-Topf brauchte länger zur Temperatur. Bei Suppen/cremigen Sachen kann die Hitze mittig stärker sein – dort brennt es eher an. Die Skalen am Drehregler sind eher „Schätzeisen“; ohne Thermometer (hier bei Amazon) ist es ein Risiko. Bei der Verwendung des Metallgitters kann es zu Abplatzungen des Emaille kommen und der Topf ist für Lebensmittel unbrauchbar. Hier unbedingt das Kunststoffgitter (hier bei Amazon) verwenden.

Hier unser Video mit interessanten Zusatzinformationen bei YouTube zum Beitrag

Emaille – was steckt dahinter und wo liegen die Grenzen?

Emaille ist im Grunde eine Glasbeschichtung, die auf ein Metall (meist Stahlblech) aufgebracht und bei hoher Temperatur eingebrannt wird. Sie sorgt dafür, dass das Metall lebensmittelecht, glatt und hitzebeständig wird. Emaille ist seit Jahrzehnten bewährt, findet man bei alten Töpfen, Pfannen und auch vielen Einkochautomaten.

Vorteile:

  • hitzebeständig, meist günstig in der Anschaffung
  • leicht zu reinigen, solange die Oberfläche intakt ist
  • neutral im Geschmack

Nachteile:

  • empfindlich gegenüber Stößen und Kratzern
  • wenn die Beschichtung abplatzt, liegt das Metall frei → es kann rosten
  • Schäden lassen sich praktisch nicht reparieren → das Gerät ist dann im Prinzip „kaputt“

Fazit: Emaille eignet sich gut für den Einstieg, besonders wenn man nur gelegentlich Obst oder Säfte einkocht. Wer allerdings häufig große Mengen verarbeitet oder auf Dauer setzt, stößt mit Emaille schnell an die Grenzen – ein kleiner Schaden kann das ganze Gerät unbrauchbar machen.

Edelstahl (die robuste Dauerlösung)

  • Preis: meist über 100 € (oft 120–150 €+), dafür langlebiger.
  • Wärmeverteilung: spürbar gleichmäßiger, weniger „Hotspots“.
  • Robustheit: kratzfest, kein Abplatzen, kein Rost.
  • Reinigung: schnell sauber, nimmt keine Gerüche an.

Wir nutzen den ProfiCook 2in1 Einkochautomaten mit 32 l – hier zum Artikel bei Amazon mit 2100 Watt Leistung, Edelstahlgehäuse, Zeitschaltuhr, Temperaturregelung. Bis jetzt überzeugt er durch das Edelstahl, den größeren Hahn und der einfachen Reinigung. Auch nimmt er keine Rückstände durch Fruchtsäuren, etc. an.

Praxisbeobachtung: Edelstahl heizte im Test schneller auf, hielt Temperaturen stabil und blieb optisch „wie neu“. Für regelmäßiges Einkochen die stressfreiste Wahl. Das mitgelieferte Gitter war definitiv zu schmal im Durchmesser. Um Gläser und Flaschen einzukochen, unbedingt ein separates Kunststoffgitter (hier bei Amazon) mit bestellen.

Reagiert Edelstahl auf Säuren, Laugen oder Salz?

Edelstahl gilt in der Küche als geschmacksneutral und robust – nicht ohne Grund bestehen viele Töpfe, Pfannen und eben auch Einkochautomaten daraus. Doch manchmal taucht die Frage auf, ob Edelstahl auf bestimmte Lebensmittel reagieren kann.

  • Säuren (Obst, Tomaten, Sauerkraut): Kein Problem im normalen Einkochprozess. Auch Essig oder Zitronensäure greifen lebensmittelechten Edelstahl (meist 18/10) nicht an. Lediglich bei sehr langer Lagerung direkt im Automat können matte Flecken entstehen – geschmacklich unbedenklich.
  • Laugen (z. B. Natron, Soda): In haushaltsüblichen Konzentrationen unkritisch. Erst bei starker Lauge und langer Einwirkzeit sind Verfärbungen möglich.
  • Salz & Chlorid (salzige Brühen, chlorhaltige Reiniger): Hier wird es kritisch. Starke Salzlösungen oder Chlor können nach längerer Einwirkzeit Lochkorrosion verursachen. Deshalb keine stark salzigen Sudreste tagelang im Gerät stehen lassen und chlorhaltige Reiniger meiden.

Fazit: Edelstahl ist für das Einkochen absolut sicher und gibt im Normalbetrieb keinen Geschmack ab. Einzige Ausnahme: wer den Automat tagelang ungespült stehen lässt, riskiert Flecken. Mit normaler Pflege (ausspülen, trocknen, keine aggressiven Reiniger) bleibt Edelstahl jahrelang in Bestform.

Leistungsdaten & Ausstattung – worauf beim Kauf achten?

  • Leistung: 1.800–2.100 W sind praxistauglich. Unter 1.800 W zieht es sich.
  • Volumen: 27–29 Liter (ca. 14–18 × 1-Liter-Gläser). Durchmesser fast überall ähnlich – Deckel/Dampfentsafteraufsätze passen oft geräteübergreifend.
  • Thermostat/Timer: stufenlos 30–100 °C üblich; analoge Skalen sind ungenau → Thermometer ergänzen.
  • Ablaufhahn: praktisch für Heißgetränke/Saft. Achte auf Reinigbarkeit und die Position (tief = weniger Restflüssigkeit im Topf).
  • Einlegeboden: Metallgitter scheuern Emaille ab. Kunststoffeinlegerost schont Topf & Gläser.

Tipp: Wenn du viel einkochst, spürst du jede zusätzliche 100–300 Watt beim Aufheizen. Bei 5–10 Litern Wasser machen 2.100 W vs. 1.800 W schon den Unterschied zwischen „läuft“ und „ich warte noch…“.

Temperatur- & Zeitempfehlungen (Praxiswerte)

Temperaturen variieren je nach Glasgröße, Füllgut, Säuregehalt und Rezept. Die folgenden Werte sind erprobte Richtwerte für den Einstieg:

  • Obst (z. B. Kirschen, Pflaumen, Apfelstücke): 80 °C für 20–30 min
  • Säfte (Pasteurisieren): 80–85 °C für ~20 min (Nährstoffe schonen, nicht „kaputtkochen“)
  • Gemüse (z. B. Bohnen, Karotten, Rote Bete): 90–100 °C für 60–120 min je nach Sorte/Größe
  • Suppen & Fertiggerichte: 100 °C für 90–120 min
  • Fleisch/Wurst: 100 °C für mind. 90 min – in der Praxis zweimal an zwei Tagen einkochen (Sicherheitsstandard gegen Sporen)

Wichtig: Verlass dich nicht blind auf den Geräte-Drehregler. In unserem Test zeigte ein Automat nominell 90–100 °C, real waren es teils nur 85 °C im Wasserbad. Exaktes Thermometer = Pflicht, besonders bei kritischen Inhalten (Fleisch).

Praxis-Tipps, die dir Ärger ersparen

  • Kunststoffrost statt Metall: verhindert Reibung/Abplatzen bei Emaille und reduziert Glasbruch.
    Unser Einlegerost hier bei Amazon
  • Ähnliche Glasgrößen bündeln: gleichmäßiger Hitzeverlauf, weniger Nachregeln.
  • Deckel zu lassen: jeder Blick kostet Temperatur und Zeit.
  • Füllhöhen beachten: Gläser müssen vom Wasser ausreichend umspült werden; Topf nicht überfüllen.
  • Ablaufhahn reinigen: zerlegbar ist besser. Rückstände (Säfte) mögen keine Sommerpause im Hahn.
  • Etiketten sofort: Datum, Inhalt, ggf. Chargenhinweise. Spart Sucherei im Winter.

Unter 100 € – lohnt sich das?

Ja, mit Erwartungsmanagement. Für Obst, Säfte und „unkritische“ Inhalte sind günstige Emaille-Automaten ausreichend – ideal zum Start. Bei viel Volumen, dickerem Inhalt (Eintopf, Cremesuppen) oder Fleisch spürt man die Grenzen: längere Aufheizzeiten, ungenauere Skalen, Abnutzung.

Unsere Linie: Starte günstig, sammle Erfahrung, dann upgraden. Wer „jede Woche“ einkocht, spart mit Edelstahl auf Dauer Nerven – und vermutlich auch Strom.

FAQ: Häufige Fragen zu Einkochautomaten

Kurz & knackig beantwortet – für schnelle Entscheidungen.

Emaille oder Edelstahl – was ist besser?
Edelstahl ist robuster, gleichmäßiger in der Wärmeverteilung und leichter zu reinigen. Emaille ist günstiger, aber empfindlich: Platzt die Beschichtung ab, liegt Metall frei und kann rosten – praktisch ein Totalschaden. Viel-Einkocher fahren mit Edelstahl langfristig besser.
Reagiert Edelstahl auf Säuren, Laugen oder Salz? Gibt er Geschmack ab?
Lebensmittelechter Edelstahl (meist 18/10) ist geschmacksneutral. Säuren (Obst, Tomate, Essig) sind im normalen Einkochbetrieb unkritisch. Problematisch sind stark salzige Lösungen oder chlorhaltige Reiniger → können nach langer Einwirkzeit Lochkorrosion verursachen. Gerät nach Gebrauch ausspülen, trocknen, keine aggressiven Reiniger – dann bleibt alles top.
Wie viel Leistung sollte ein Einkochautomat haben?
Bewährt haben sich ≥ 1.800 W, komfortabler sind 2.000–2.100 W. Unter 1.800 W verlängern sich Aufheiz- und Einkochzeiten spürbar – gerade bei vollen Ladungen.
Brauche ich ein zusätzliches Thermometer?
Ja, klare Empfehlung. Analoge Skalen sind oft ungenau. Ein externes Einstech-/Clip-Thermometer stellt sicher, dass z. B. 80 °C (Saft) oder 100 °C (Fleisch) wirklich erreicht werden. ➜ Thermometer ansehen
Metall- oder Kunststoffgitter?
Kunststoffgitter schont Emaille und reduziert Glasbruch (kein Scheuern/Vibrieren auf Metall). Passt auch für Edelstahlgeräte. ➜ Kunststoffgitter ansehen
Reicht ein Gerät unter 100 €?
Für Obst, Säfte, kleine Gemüsemengen: Ja. Für große Chargen, dicke Inhalte, Fleisch: eher grenzwertig (langsamer, weniger gleichmäßig). Einstieg okay – Vielnutzer upgraden später meist auf Edelstahl.
Welche Temperaturen/Zeiten sind sinnvoll?
Richtwerte:
• Obst: 80 °C, 20–30 min
• Säfte (pasteurisieren): 80–85 °C, ~20 min
• Gemüse: 90–100 °C, 60–120 min je nach Sorte/Größe
• Suppen/Fertiggerichte: 100 °C, 90–120 min
• Fleisch/Wurst: 100 °C, mind. 90 min; in der Praxis oft zweimal an zwei Tagen.
Wie viele Gläser passen rein?
Bei 27–29 L Volumen typischerweise 14–18 × 1 L-Gläser (abhängig von Durchmesser/Höhe und ob du stapelst). Wichtig: ausreichen Wasserumlauf sicherstellen.
Darf ich Suppen/cremige Sachen einkochen?
Ja, aber Achtung bei cremigen Inhalten (z. B. Sahne/Mehlschwitze): In Emaille-Töpfen brennt’s mittig leichter an, wenn die Hitze konzentriert ist. Regel: gute Wärmeverteilung, korrektes Entlüften, ausreichend Zeit bei 100 °C.
Timer & Thermostat – worauf achten?
Analoge Regler sind häufig ungenau. Starte den Timer erst, wenn die Zieltemperatur erreicht ist. Manche Geräte piepen nicht beim Erreichen der Temperatur – da hilft nur das externe Thermometer.
Pflege & Reinigung – was ist wichtig?
Gerät nach Gebrauch ausspülen und trocknen. Chlorhaltige Reiniger meiden, bei Edelstahl auf Salzreste achten. Ablauf

Unsere Erfahrungen im Schnellcheck

  • Emaille: Preis stark, Praxis okay für Obst/Saft. Anfällig für Abplatzungen; mittige Hitze → eher Anbrenngefahr bei Cremigem. Skalen ungenau.
  • Edelstahl: Teurer, dafür zügig auf Temperatur, sehr gleichmäßig, pflegeleicht und langlebig.
  • Thermostat/Timer: Eher Schätzgeräte als präzise Anzeigen. Gerade bei genauen Temperaturen ist ein Thermometer unverzichtbar. Ohne einfaches Einstech- oder Clip-Thermometer fliegst du blind.

Kauf-Checkliste (zum Abhaken)

  • 1.800 W Leistung (besser 2.000–2.100 W)
  • 27–29 L Volumen (passt zu Standard-Dampfentsafter-Aufsätzen) (hier bei Amazon)
  • Ablaufhahn tief positioniert, gut zu zerlegen/reinigen
  • Einlegeboden aus Kunststoff bzw. Kunststoffgitter nachrüsten
  • Thermostat + Timer okay – aber Thermometer trotzdem einplanen
  • Edelstahl, wenn du regelmäßig/oft einkochst; Emaille, wenn Budget knapp & Nutzung gelegentlich

Fazit

Ein Einkochautomat ist ein Arbeitstier – und wer ihn passend auswählt, hat jahrelang Ruhe. Emaille ist die günstige Einstiegslösung für Obst/Säfte und kleinere Chargen. Edelstahl setzt beim Komfort, der Reinigbarkeit und der Lebensdauer die Messlatte höher – und wird für Viel-Einmacher schnell zur „Warum nicht früher“-Entscheidung. Wir haben bereits 3 Einkochautomaten…

Unabhängig vom Material gilt: Thermometer dazu, Kunststoffgitter rein, Gläser klug bündeln – dann ist Einkochen keine Zitterpartie, sondern Routine.


Empfehlungen & Bezugsquellen

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