Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Nachts brennender Hochspannungsmast, davor ein Leuchtturm mit Feuerwehr-Schild und ein Smartphone mit Warnmeldung – Symbol für Blackout, Warntag und Krisenvorsorge.

Blackout oder nur Stromausfall? – Berlin, Bayern und der bundesweite Warntag

Am Dienstag 09.09.25 ging im Südosten Berlins das Licht aus. Grund war ein Anschlag auf zwei Strommasten. 50.000 Menschen standen im Dunkeln, Ampeln und Bahnen blieben stehen, der Notruf war gestört, Pflegeheime mussten beatmete Patienten evakuieren. Grund: ein Brandanschlag auf zwei Strommasten.

Nur Wochen zuvor erlebte Bayern in der Hallertau das gleiche – diesmal nicht durch Terror, sondern durch einen schlichten technischen Defekt. Stromausfall, Handynetze tot, Supermärkte geschlossen, Sirenen stumm. Damit sieht man: egal ob Terror oder Technik – die Auswirkungen für die Bürger sind identisch.

Und nun? Am Donnerstag 11.0925 ist bundesweiter Warntag. Millionen Handys sollen piepen, Sirenen sollen heulen, Lautsprecherwagen fahren durch die Straßen. Klingt nach Sicherheit – oder? Wenn es denn funktioniert. Am Donnerstag piept es wieder bundesweit (vielleicht) – aber was bringt’s dir, wenn danach die Infrastruktur kippt?

Hier die offizielle Ankündigung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Ankündigung BBK Warntag 2025

Wobei ich feststellen musste, dass die „Tipps“ des BBK im Einzelfall durchdacht werden sollten. Als Stichpunktgeber vielleicht geeignet, aber im Alltag schlicht nicht praktikabel.

Was der Warntag zeigt – und was nicht

  • Ja, das System funktioniert vielleicht: Apps, Cell Broadcast, Sirenen, TV-Einblendungen.
  • Nein, eine Warnung bringt dir keine warme Suppe, wenn danach Strom, Wasser und Netz weg sind.
  • Und nein, die besten Leuchttürme helfen dir nicht, wenn du gar nicht weißt, wo sie sind.

Der Warntag ist ein Testlauf der Technik. Der Stromausfall in Berlin war ein Testlauf der Realität.

Wobei die vergangenen Warntage gezeigt haben, dass die Pläne groß sind. Nur in der Realität wurde so manche Sirene angesteuert, die vorher bereits abgebaut war. Oder die Server hatten Überlastung und die WarnApps funktionierten nicht.

Wie lange hält unser Netz?

Mobilfunkmastennach 30 Minuten bis wenigen Stunden sind die Akkus leer.Danach Funkstille! Kein Notruf, keine Kommunikation!
TankstellenIn aller Regel ohne Notstromversorgungkeine Zapfsäule, kein Kartenleser. Kraftstoff bleibt im Boden
SupermärkteIn aller Regel keine NotstromversorgungKühlketten kippen, Kassen tot, Türen bleiben zu
Krankenhäuserhaben Notstrom für 72 StundenDanach brauchen sie Diesel. Doch woher, wenn Tankstellen nicht laufen?
Und Du? 🚨Taschenlampen? Vorräte? Medikamente? Haben ist besser als brauchen!

Die Infrastruktur ist nicht für Ausfälle gedacht – sie ist für Dauerbetrieb gebaut. Und das ist ihre größte Schwäche.

Leuchttürme – schöne Idee, schwache Umsetzung

In Bayern hat man sie getestet: Feuerwehrhäuser mit Notstrom, Info- und Sammelpunkte. Auf dem Papier perfekt. In der Praxis: kaum jemand wusste davon. Leuchtturm klingt nach Orientierung – in der Praxis bleibt er oft unsichtbar.

Siehe meinen Blogeintrag hier Kein Empfang, kein Strom, kein Plan – Blackout in Bayern 2025

Die Helfer waren bereit – aber die Bevölkerung nicht informiert. Verwaltung war wieder mit sich selbst beschäftigt. Ergebnis: Strom aus, Netz tot, Plan weg.

Mein Tipp: Fragt bei Eurer örtlichen Verwaltung oder Feuerwehr nach. Gerade die Feuerwehren geben gerne Auskunft.

Skills statt Dosen – deine echte Vorsorge

Krisenvorsorge bedeutet nicht Panik, sondern Pragmatismus:

  • Wasser: 4 Liter pro Person und Tag. Für 14 Tage = 230 Liter. Einlagern im Keller, frisch halten mit Micropur.
  • Essen: Mehl, Eier, Öl, Eingemachtes. Daraus werden Brot, Fladen, Pfannkuchen, Eintopf. Gesund, günstig, vielseitig.
  • Kochen ohne Strom: Gaskocher mit Kartuschen. Klein, billig, lebensrettend.
  • Licht und Kommunikation: Taschenlampe, Kerzen, Powerbank, kleines Radio.
  • Nachbarschaft: Denk an die Schwachen – Pflegebedürftige, ältere Nachbarn. Ein Netz aus Menschen ist besser als jede App.

Hier zum ausführlichen Blogbeitrag: Skills statt Dosen – Krisenvorsorge in der Stadt Diesen habe ich bewusst so gestaltet, dass man nicht einen Notvorrat aufbaut, sondern seine täglichen Vorräte so gestaltet, dass sie auch im Notfall ausreichend sind.

Amtlich vs. alltagstauglich

Wer es amtlich will: Beim BBK gibt’s die Einkaufsliste für den Weltuntergang – Ravioli-Dosen inklusive.

Wer stattdessen mit gesundem Essen, Alltagstauglichkeit und einem Hauch Humor vorsorgen möchte, ist hier richtig: Skills statt Dosen – Pfannkuchen, Sauerkraut und Gaskocher statt Panik.

Kostenlose Checkliste zum Download

Reden können viele – hier bekommst du etwas zum Anfassen.
Meine 14-Tage-Krisenvorsorge „Skills statt Dosen“ gibt’s auch als praktische PDF-Liste: klar strukturiert, ausdruckbar, ohne Panik – dafür mit Pfannkuchen.

👉 Hier PDF herunterladen

So bist du vorbereitet, ohne den Keller mit Ravioli-Dosen vollzustellen.

Fazit: Der Warntag piept. Der Stromausfall spricht Klartext.

  • Der Warntag zeigt dir, wie laut die Sirenen sind.
  • Berlin hat gezeigt, wie leise es wird, wenn Notruf, Netz und Licht ausfallen.
  • Berlin hat vor allem gezeigt, wie sensibel die Infrastruktur ist und wie groß die Auswirkungen sind.
  • In Bayern hat man gesehen, dass Leuchttürme nicht leuchten, wenn keiner davon weiß.

👉 Deine Vorsorge entscheidet, ob du am Ende mit Panik in der Schlange stehst – oder Pfannkuchen im Kerzenschein isst.