kein Geheimnis, nur Arbeit und Herz
25 Jahre sind kein Zufall. Sie sind nicht das Ergebnis von Glück allein, sondern die Summe vieler kleiner Entscheidungen.
Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Aber immer mit einem Ziel: zusammenbleiben, weil man zusammengehört – und nicht, weil man muss.
Eine lange Ehe ist kein Märchen. Sie ist ein Weg mit Geröll und Schlaglöchern, mit Abzweigungen, die man gemeinsam nimmt oder auch mal alleine geht, um sich dann wiederzufinden. Wer glaubt, eine Partnerschaft funktioniert von allein, täuscht sich. Wer meint, sie lebt nur von großen Gesten, ebenfalls.
In Wahrheit sind es die kleinen Dinge, die sie tragen.
Zuhören – wirklich zuhören
Nicht dieses „Ja, ja…“ mit einem Ohr, während der Kopf schon beim nächsten Termin ist. Sondern die bewusste Entscheidung, den anderen ausreden zu lassen. Nicht um zu antworten, sondern um zu verstehen. Oft ist das Zuhören schon die halbe Lösung.
Respekt im Alltag
Achtsamkeit ist nicht nur Meditation auf einem Berggipfel. Sie ist auch, wie man morgens den Kaffee hinstellt, ohne den Löffel im Becher scheppern zu lassen, weil der andere noch schläft.
Oder dass man nicht aus Gewohnheit unterbricht. Respekt klingt groß – aber er zeigt sich oft in den unscheinbaren Momenten.
Die Pause-Taste bei Konflikten
Nicht jeder Streit muss sofort „zu Ende“ gebracht werden. Manchmal braucht es Abstand.
Atem holen. Ein Blick in den Garten. Eine Nacht drüber schlafen. Das ist keine Flucht – das ist die Chance, Worte zu wählen, die verbinden statt verletzen.
Rituale, die bleiben
Ein gemeinsamer Spaziergang am Abend. Zusammen am Lagerfeuer sitzen. Ein bestimmtes Gericht, das immer dann auf den Tisch kommt, wenn einer von beiden einen schweren Tag hatte.
Diese Rituale sind wie Nägel im Holz – sie halten das Gerüst stabil, auch wenn der Wind pfeift.
Veränderung zulassen
Wir sind nicht mehr die Menschen von vor 25 Jahren. Zum Glück.
Achtsamkeit heißt auch, den anderen neu kennenzulernen, immer wieder. Zu akzeptieren, dass man wächst – und dass Wachstum manchmal Platz braucht.
Humor als Rettungsring
Manchmal ist es das gemeinsame Lachen über die eigenen Macken, das eine schwierige Situation rettet. Humor nimmt dem Alltag die Schwere.
Und ja – manchmal reicht schon ein Blick, um beide zum Lachen zu bringen.
25 Jahre Ehe sind keine Leistung im Sinne einer Urkunde. Sie sind das stille Ergebnis von Zuhören, Respekt, Geduld, Akzeptanz und Humor.
Vielleicht ist die größte Achtsamkeit gar nicht das große „Ich liebe dich“, sondern der Blick, der nach all den Jahren immer noch sagt: Ich sehe dich.
Und das jeden Tag aufs Neue.



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