Warum ich die Feldrandnotiz gestartet habe
Manchmal ist Achtsamkeit nicht das bewusste Atmen oder das meditierende Schneiden von Karotten.
Manchmal ist es einfach: nicht aufhören.
Nicht aufhören zu geben.
Nicht aufhören zu formulieren, zu teilen, zu hoffen –
dass irgendwo jemand mitliest.
Auch wenn er nicht klickt, nicht liked, nicht zurückschreibt.
Dieser Beitrag ist kein Jammer.
Kein Ruf nach Aufmerksamkeit.
Es ist eine Beobachtung – vom Rand aus.
Und genau dort bin ich jetzt angekommen:
Am Rand der digitalen Welt. Am Feldrand, sozusagen.
Ein neuer Kanal mit altem Kern
Ich habe meinen Kanal umbenannt: Feldrandnotiz.
Nicht, weil ich plötzlich andere Themen habe.
Sondern weil ich endlich den richtigen Namen dafür gefunden habe,
was ich ohnehin seit Jahren mache:
Beobachten. Nachdenken. Schreiben.
Feldrandnotiz steht für alles, was oft übersehen wird:
Das Leise. Das Unbequeme. Das Zwischentonige.
Gedanken, die sich nicht an Trends anbiedern.
Texte, die bleiben – auch wenn sie niemand viral teilt.
Der Lärm der Plattformen
Es gibt eine Wahrheit, die viele Creator kennen, aber kaum jemand offen ausspricht:
Die meisten Beiträge im Netz verhallen.
Nicht, weil sie schlecht sind – sondern weil sie nicht laut genug sind.
Algorithmen belohnen Aufregung.
Reißerische Thumbnails, dramatische Titel, spitze Aussagen.
Differenzierte Gedanken?
Reflexion?
Haltung ohne Fanlager?
Nicht vorgesehen.
Und so passiert es, dass Inhalte mit Tiefe in der Masse untergehen.
Nicht, weil sie niemanden interessieren.
Sondern weil sie nicht „funktionieren“.
Nicht im System.
Die stille Leserschaft
Ich habe Beiträge geschrieben, in die ich Zeit, Leben und Herz gesteckt habe.
Viele davon wurden gelesen – das zeigen die Statistiken.
Aber die Reaktionen?
Oft: null.
Keine Likes. Keine Kommentare. Kein Teilen.
Und das fühlt sich manchmal an, als würde man in ein schwarzes Loch sprechen.
Doch dann kommt plötzlich eine Nachricht.
Eine E-Mail. Ein Kommentar.
„Ich lese alles von dir. Danke, dass du das machst.“
Und du merkst:
Sie sind da.
Die Leser. Die Denker. Die Stillen.
Sie reagieren nicht laut – aber sie verstehen.
Was ist eine Feldrandnotiz?
Eine Feldrandnotiz ist kein Konzept.
Keine durchgestylte Contentstrategie.
Es ist ein Gedanke, der beim Beobachten entsteht.
Ein Satz, der am Rand des Trubels geschrieben wird – nicht aus Trotz, sondern aus Klarheit.
Ich stehe gern am Rand.
Dort, wo man noch sieht, was wächst – und was verwildert.
Dort, wo die Welt nicht schreit.
Wo man noch hört, statt nur zu senden.
Feldrandnotiz ist mein Versuch, diesem Ort auch digital Raum zu geben.
Ein Platz für Gedanken, die atmen dürfen.
Kein Clickbait, keine Haltungsshirts
Wenn du diesen Blog liest oder meinem Kanal folgst, bekommst du keine
„10 Tricks für Reichweite“,
keine Glitzersticker auf Bauchtaschen,
und keine moralischen Daumen nach oben.
Du bekommst Gedanken.
Satire.
Unbequeme Fragen.
Vielleicht auch mal ein Lächeln – aber nie auf Knopfdruck.
Ich glaube, dass genau das heute fehlt:
Ehrlichkeit ohne Kalkül.
Haltung ohne Fanartikel.
Beobachtung ohne Selbstinszenierung.
Durchhalten ist auch eine Entscheidung
„Du musst nur dranbleiben“, sagen sie.
„Der Durchbruch kommt noch.“
Aber was, wenn er nicht kommt?
Was, wenn es keinen Applaus gibt – nur Stille?
Dann zeigt sich, ob du wirklich glaubst, was du tust.
Ob du weiterschreibst, obwohl es keiner kommentiert.
Ob du Gedanken formulierst, obwohl sie kein Like bekommen.
Ob du durchhältst, nicht weil du musst –
sondern weil du gar nicht anders kannst.
Die stille Verbindung zählt
Ich glaube an stille Verbindungen.
An dieses unausgesprochene Einverständnis zwischen Menschen, die sich verstehen,
auch wenn sie sich nie begegnet sind.
Und vielleicht liest du diesen Text gerade,
weil du genau so jemand bist.
Jemand, der nicht scrollt, sondern liest.
Jemand, der nicht nur klickt, sondern denkt.
Jemand, der den Lärm der Welt zwar kennt –
aber sich nicht davon mitreißen lässt.
Warum ich weitermache
Ich schreibe weiter, weil ich weiß, dass es wichtig ist.
Nicht für die Masse. Nicht für die Plattformen.
Sondern für die, die suchen. Die mitfühlen. Die mitdenken.
Ich mache weiter,
weil eine gute Idee manchmal einfach einen Ort braucht.
Weil Worte Wirkung haben – auch wenn sie nicht sofort sichtbar wird.
Und ich mache weiter,
weil ich an das glaube, was ich schreibe.
An den Wert der Beobachtung.
An den Mut zur Stille.
An das, was man nicht in Klickzahlen messen kann.
Wenn du mitliest – danke
Wenn du bis hier gelesen hast, dann danke ich dir.
Nicht für den Klick – sondern für die Verbindung.
Denn manchmal reicht genau das:
Ein Mensch, der mitliest.
Still.
Wertschätzend.
Echt.
Und wenn du nicht antwortest – auch gut.
Ich schreibe trotzdem weiter.
Denn manchmal reicht ein einziger Gedanke am Feldrand mehr
als 10.000 Kommentare im digitalen Lärm.



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