Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Regentonne

Wasser = Leben

Warum Wassermanagement keine Afrika-Fantasie ist – sondern Pflicht, auch im 2. OG links

Regen ist ein Geschenk – sagt man so.
Aber wer sich auf Geschenke verlässt, hat am Ende oft nichts als leere Tonnen. Oder gar keine Tonne, weil der Hausmeister „so was nicht erlaubt“.
In einer Zeit, in der Dürrewarnungen in Brandenburg und Gießverbote in Kleingartenanlagen zur neuen Normalität gehören, wird klar: Wasser ist kein Selbstläufer mehr.

Die Medien posaunen Hitze- und Dürrewarnungen im sommerlichen Dauerregen. Bürgermeister bekommen die mediale Panik und erlassen Gießverbote – im Regenschauer. Doch ich würde mich nicht auf die städtische Wasserleitung verlassen. Man darf dort keine Logik erwarten. Wer laut genug brüllt, bekommt am Ende Recht und der Rest kann schauen wo er Wasser herbekommt.

Zudem ist jeder Griff zum Wasserhahn auch ein Griff in den Geldbeutel. Schon aus dem Grund rechnet es sich, zumindest Überlegungen zu Wassermanagement zu machen. Das fällt – wie alles im Leben – natürlich bei jedem Menschen anders aus. Aber hier soll auch keine Pauschalanleitung entstehen, sondern Gedankengänge und Tipps. Wie sie individuell eingesetzt werden, sollte der Selbstversorger schon selbst entscheiden.

Und wer das Prinzip „Selbstversorgung“ ernst meint, muss nicht nur säen und ernten können, sondern vor allem: sammeln, speichern und sparenegal ob im Garten, auf dem Acker oder am Balkon mit Blick aufs Parkhaus.

🚿 Der Mythos vom sicheren Hahn

Deutschland – das Land des Dauerregens? War einmal.
Mittlerweile sind die Sommer lang, heiß und trocken, zumindest in der medialen Darstellung – und die Stadtwerke schauen immer genauer hin, wenn du 800 Liter auf dein Hochbeet kippst.
Und in Namibia? Da wächst kein Grashalm, wenn du’s nicht vorher organisiert hast.
Wasser ist nicht selbstverständlich – sondern selbst gemacht.

🪣 Auch der Balkon kann mehr als chillen

Du wohnst im 2. Stock, hast keinen Garten?
Dann beginnt Wassermanagement in der Wohnung:

  • Eimer unter die Dusche stellen, während das Wasser warmläuft. (10–20 Liter täglich verschenkt – pro Person!)
  • Spülbeckenwasser auffangen beim Gemüseschrubben – statt es direkt in den Abfluss zu schicken.
  • Regentonne light auf dem Balkon – mit Mini-Trichter oder Balkonmarkise als „Dachfläche“.
  • Pflanzen im Untersetzer gießen, nicht im Dauerregen-Modus.
  • Geschirr unter laufendem Wasser spülen? Ich weiß nicht, wer das angefangen hat. Früher undenkbar!

Was absurd klingt, ist in manchen Ländern längst Alltag – und bei steigenden Wasserpreisen auch hier bald kein Witz mehr.

🛢️ Vom Regentropfen zur Reserve: Denk in Litern, nicht in Träumen

  • Ein Quadratmeter Balkonboden bringt dir nix – aber ein Regenschirm über dem Geländer, gezielt abgeleitet in eine Box, bringt bei 10 mm Regen mehr, als du denkst.
  • Duschwasser sammeln = ca. 100 Liter pro Woche, ganz ohne Chemie – ideal zum Klo-Spülen, Balkon gießen oder Putzwasser.

Wasser ist wie Zeit: Die meisten verschwenden es, weil sie glauben, es sei unbegrenzt.

🌱 Wasser sparen = Verantwortung übernehmen

Ob Hochbeet, Kräutertopf oder Zucchiniwald im Garten:
Kluge Wassernutzung heißt:

  • Mulchen statt blanke Erde
  • Tropfbewässerung aus der Flasche
  • Balkonkisten mit Tonkegel oder Ollas

Und wer denkt, das ist nur was für Ökos oder Wüstennomaden – der wird in ein paar Jahren vielleicht bei Nestlé nachfragen, ob’s noch Monatsabos fürs Trinkwasser gibt.

Nebenbei: Wer lebt nicht ruhiger, wenn man den Sommerabend nicht mit der Gießkanne verbringt, sondern sich entspannt zurücklehnen kann und die Pflanzen versorgt weiß?

🌍 Und Namibia?

In Namibia sagt niemand: „Da kommt ja der Sommerregen.“
Man sagt: „Wir haben genug für die Ziegen – diesen Monat.“
Dort wird Wasser nicht gegossen, sondern geplant.
Nicht verschwendet, sondern verehrt.

Du brauchst keine Wüste, um klug mit Wasser umzugehen.
Du brauchst nur die Einsicht, dass dein Alltag Teil des Problems oder der Lösung ist.

📌 Fazit: Der Hahn ist keine Sicherheit

Ob Namibia oder Deutschland, ob Böhmerwald oder Balkon – Wasser ist das neue Gold.
Wer es speichert, spart und richtig einsetzt, wird satt.
Wer auf andere wartet, wird durstig.

Wenn du Ideen hast oder deine eigene Lösung zeigen willst – rein in die Kommentare.
Und wer weiß: Vielleicht wird aus dem Balkonbasilikum bald ein Busch.
Zumindest trocken wird er nicht.

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