Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Terminkalender mit eingetragenem Termin

Achtsamkeit beginnt bei der Zusage – Vom Wert des Wortes

In einer Gesellschaft, in der Verbindlichkeit immer seltener wird, zeigt sich wahre Achtsamkeit nicht nur in Gedanken oder Meditation – sondern im simplen Einhalten einer Zusage.

Achtsamkeit beginnt nicht auf der Yogamatte. Sie beginnt im Alltag – bei einer Nachricht, einem Händedruck, einer Verabredung. Immer häufiger wird abgesagt. Oder schlimmer: gar nicht erst reagiert. Kein Kommentar. Kein „Sorry, klappt nicht“. Einfach Funkstille.

Dabei ist ein Versprechen – sei es mündlich oder per Chat – mehr als nur ein Kalendereintrag. Es ist ein stiller Vertrag. Es sagt: Ich nehme mir Zeit. Ich bin da. Ich sehe dich. Es sagt aber auch: Du schenkst mir Zeit von Dir. Das respektiere ich.

Wenn man einfach nicht auftaucht oder kurzfristig absagt, sendet das eine klare Botschaft: Deine Zeit ist mir nichts wert. Vielleicht nicht mit böser Absicht. Vielleicht aus Bequemlichkeit, Unsicherheit oder Überforderung. Doch für das Gegenüber macht das keinen Unterschied. Die Wirkung bleibt.

Achtsamkeit bedeutet, den anderen mitzudenken. Wer absagt, kann das freundlich und respektvoll tun. Wer nicht kann, darf auch ehrlich sein. Aber einfach nicht erscheinen? Das verletzt – auch wenn es „nur ein Termin“ war.

Viele Menschen planen, organisieren, halten Zeit frei. Ein Treffen bedeutet für manche mehr als nur ein Kaffeetrinken. Es bedeutet: „Jemand interessiert sich für mich.“ Wenn dann einfach niemand kommt, bleibt etwas zurück. Enttäuschung. Frust. Manchmal sogar Selbstzweifel.

Wertschätzung zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern im Kleinen. Ein Satz reicht: „Es tut mir leid, ich schaffe es heute nicht.“ Oder: „Ich merke, dass ich den Termin übersehen habe. Das ist mein Fehler.“ Diese Ehrlichkeit schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist das Fundament jeder zwischenmenschlichen Beziehung.

Verbindlichkeit ist keine Last. Sie ist ein Zeichen von Respekt. Sie ist Achtsamkeit in Aktion. Wer sich verbindlich verhält, lebt ein Prinzip, das unsere Gesellschaft dringend braucht: Ich nehme dich wahr. Ich nehme dich ernst.
In meinem Beitrag „Respekt im Alltag“ habe ich das Thema des Respekts aufgenommen. Hier schließt sich der Kreis: Denn es geht nicht nur um Termine – es geht um Haltung.

Denn am Ende geht es nicht nur um Termine. Es geht um Haltung. Um einen respektvollen Umgang miteinander. Um die Frage: Wie möchte ich behandelt werden – und wie behandle ich andere? Um einen respektvollen Umgang miteinander.
Um die Frage: Wie möchte ich behandelt werden – und wie behandle ich andere?

Achtsamkeit beginnt im Kleinen. Beim Einhalten einer Zusage. Beim respektvollen Umgang mit der Zeit und den Gefühlen anderer. Wer das versteht, muss nicht meditieren – er lebt Achtsamkeit jeden Tag. In einer Zeit, in der die grundlegenden Regeln des Zusammenlebens immer mehr zur Disposition stehen, sind Mitmenschen, die diese Werte leben ein Leuchtturm der Gesellschaft. Niemand muss sich über Titel oder Zertifikate identifizieren. Es geht ganz einfach über grundlegende Werte.