Heute , am 08.06.2025 habe ich einen Post bei X gelesen. Der hat mich beschäftigt:
„Beschreibe, wie frei du dich im Hier und Jetzt fühlst. Nicht, was du denken sollst. Sondern was du wirklich fühlst. Ich stelle diese Frage, weil ich glaube: Wir müssen uns wieder spüren. Uns fragen. Und ehrlich sein. Wer weiß, was was daraus entsteht? Wer weiß, was es in jedem Einzelnen bewirkt.“
Der Post hat für mich einen richtigen Ansatz. Aber er schränkt schon wieder ein. Im Hier und Jetzt leben, dabei fühlen wie man sich fühlt. Egal ob frei oder gefangen, egal ob warm oder kalt. Neutral und wertfrei die Situation annehmen. Ohne jegliche Einschränkung. Zum Beispiel „Es regnet“. Nicht mehr und nicht weniger. Warum? Weil genau das die Grundlage einer Entscheidung ist. Wir treffen ständig Entscheidungen. Ununterbrochen. Teils bewusst, teils unbewusst. Zum Beispiel wenn wir laufen. Wir treffen ständig die Entscheidung, ein Bein nach vorne zu bewegen. Ein unbewusster Vorgang.
Mit Achtsamkeit machen wir uns alle Entscheidungen bewusst. Nehmen wir diese wertfrei an, dann können wir diese Entscheidungen bewusst überdenken. Wir haben der Entscheidung nicht bereits eine positive oder negative Note angehängt.
Genau in dem Moment fangen wir auch an, uns wieder zu spüren. Zu überdenken, was wir eigentlich gerade tun, was wir konsumieren, was wir fühlen. Und das ist der Moment, in dem wir Entscheidungen selbstbewusst treffen können. In dem wir entscheiden können, ob wir der Masse folgen oder eben nicht.
Es ist bewiesen, dass genau dieses Verhalten Stress abbaut. Achtsame Menschen leben gelassener. Achtsamkeit ist ein Prozess, eine ständige Übung. Man wird nicht fertig mit Achtsamkeit. Aber wenn man einen Anfang gemacht hat, spürt man, wie man plötzlich „über den Dingen steht“. Man folgt nicht irgendwelchen Narrativen. Man überdenkt Narrative und entscheidet für sich: Mache ich oder mache ich nicht. Das ist der Moment, in dem man sich von „Was wird von mir erwartet“, einfach verabschiedet. Denn da fängt es an mit „Wer erwartet, warum und mit welchem Recht?“
Ich lebe das Prinzip seit vielen Jahren. Oft wird man als „Spinner“, als „Schwurbler“ tituliert. Aber meist haben die Menschen nur keine Antworten auf die Fragen. Man springt eben nicht über jedes Stöckchen und fragt „Wie hoch“, sondern die Frage ist immer „Warum?“. Meist sind die Debatten damit schon beendet.
Dann gibt es noch die Philosophen. So sollte man denken. Das sind und waren nicht die Superhirne. Das sind und waren schlicht achtsame Menschen, die eben nicht mit dem Strom schwimmen, die gelernt haben, am Ufer zu stehen und die Situation zu überdenken. Meist sind Philosophen in ihrer Zeit nicht die geachteten Menschen. Warum nicht? Weil sie Fragen stellen.
Man darf das aber nicht mit einem heutigen Philosophiestudium verwechseln. Das ist ein Verwaltungsakt mit Archivfunktion. Da wird nachgeplappert, was bereits gedacht wurde. Was ist das „richtige“ Denken? Genau! Es gibt kein falsches Denken.
In meiner Serie „Achtsamkeit im Alltag“ jeden Sonntag um 7 Uhr, beschreibe ich, wie man Momenten des Lebens mit Achtsamkeit begegnet. Nicht mit Esoterik, nicht mit Klangschalen und Räucherstäbchen. Einfach bewusstes Wahrnehmen.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag
Michel



Hinterlasse einen Kommentar