Sonntag, 25. Mai 2025 – Guten Morgen!
Schön, dass du wieder da bist – mit einer Tasse Kaffee oder Tee, vielleicht noch im Schlafanzug, vielleicht schon draußen auf der Terrasse. Es ist Sonntag, und wie jeden Sonntag lade ich dich ein, mit mir einen Moment innezuhalten. Einen Moment für dich. Für Achtsamkeit im Alltag. Heute geht es darum, Entscheidungen zu treffen.
In der Serie geht es wie jede Woche um ein Thema rund um die Achtsamkeit. Nicht in esoterischer Form, nicht mit Klangschalen oder Räucherstäbchen. Es geht um einfaches, bewusstes Leben. Jede Woche ein Thema, welches mir während der Woche so ein- oder auffällt. Heute geht es um einen Satz, der mich in dieser Woche sehr beschäftigt hat. Ein Satz, der tief sitzt:
„Wenn du das Gefühl hast, es ist zu spät, ist es meistens der beste Moment, um es endlich zu tun.“
Spät – oder genau richtig?
Vielleicht kennst du das: Du trägst einen Gedanken lange mit dir herum. Ein Wunsch. Eine Entscheidung. Ein „Was wäre wenn?“. Aber irgendetwas hält dich zurück. Der Alltag. Die Vernunft. Oder einfach die Angst, es könnte zu spät sein. Wir selbst haben diesen Gedanken lange mit uns getragen.
Den Wunsch nach einem anderen Leben. Weg aus dem alten System, das uns ausgelaugt hat – in jeder Hinsicht. Raus aus dem Hamsterrad, in dem du früh aufstehst, arbeitest, zahlst, dich rechtfertigst – und kaum noch merkst, wann du eigentlich lebst.
Als wir den Schlüssel zu unserem Friseursalon endgültig umgedreht haben, war das kein leichter Schritt.
70 Jahre Familientradition. Drei Generationen. Und doch: Es war der richtige Moment. Nicht zu früh, nicht zu spät. Sondern genau dann, als wir bereit waren. Die Entscheidung war getroffen.
Es hatte sicher nichts mit „höheren Mächten“ oder sonstigen Phantasien zu tun. Es war einfach die bewusste Entscheidung und vor allem die Ausführung. Wir hätten noch 20 Jahre darüber lamentieren können, dass die Steuern so hoch, die Bürokratie so umfangreich, noch 1000 Gründe diskutieren können. Doch was hätte es geändert?

Achtsamkeit heißt: Erkennen, wann du bereit bist
Achtsamkeit bedeutet nicht, alles perfekt zu planen. Es bedeutet auch nicht, Entscheidungen mit absoluter Sicherheit zu treffen. Achtsamkeit bedeutet: Hinhören. Zulassen. Vertrauen. Wenn du spürst, dass etwas in deinem Leben nicht mehr passt, dann nimm diesen Impuls ernst. Auch wenn du denkst, du seist „zu alt“, „zu spät dran“, „zu festgefahren“. Oft sind das nur Stimmen aus der Vergangenheit. Oder aus einem System, das uns stillhalten will.
Wir hatten keinen Plan für die Zukunft. Wir hatten ein festes Ziel. Das hat sich daraus ergeben, dass wir bereits ein Anwesen in Tschechien hatten. Soweit war unser Plan. Was die Zukunft bringen würde, wussten wir nicht. Aber ich weiß genau, wenn man das Leben achtsam wahrnimmt, öffnen sich ständig neue Türen. Man muss nur offen sein, hinhören, hinschauen. Sich keine Denkverbote geben.
Eine kleine Übung für diesen Sonntag
Setz dich mit deinem Kaffee ganz bewusst hin. Spür die Tasse in deinen Händen. Atme tief durch.
Und dann stell dir diese eine Frage:
„Was in meinem Leben würde ich tun – wenn ich nicht glauben würde, dass es zu spät ist?“
Schreib es dir auf. Ein Wort reicht. Oder ein Satz. Es geht nicht darum, es sofort umzusetzen. Es geht darum, es dir zu erlauben. Hast Du einen Wunsch? Visualisiere ihn! Such Dir ein Bild und stelle es als Hintergrundbild auf Dein Smartphone. Egal was es ist. Ob es die Gartenbank oder die Luxusjacht ist. Du hast es immer vor Augen und es werden sich Wege öffnen, das Ziel zu erreichen. Es werden sich Wege öffnen, an die Du heute noch nicht mal denkst. Dazu braucht es keine Wunder, keine „sicheren Tipps“. Dazu braucht es nur den Willen, das Ziel zu erreichen.
Entscheidungen statt Ausreden
Ich höre häufig, man würde ja, aber. Eine Ausrede ist schnell gefunden. Mach Dir bewusst, nur noch in Lösungen zu denken. Egal in welchem Bereich des Lebens. Achtsamkeit bedeutet wertfreies Annehmen. Es ist eine ständige Übung. Wertfreies Annehmen führt dazu, dass man sich keine Beschränkungen auflegt. Man nimmt an, weder positiv, noch negativ. Somit ist ein Ereignis erstmal neutral da. Nur so kann man die Situation analysieren, kann dann Vor- und Nachteile überdenken und eine selbstbestimmte Entscheidung treffen. Egal in welchem Lebensbereich, egal welche Entscheidung. Sie ist immer die richtige Entscheidung, denn es ist Deine Entscheidung.
Letzte Woche hatten wir den bewussten Konsum. (Konsum: Bewusst weniger kaufen, mehr leben) Auch hier geht es darum, wertfrei anzunehmen, eine Entscheidung zu treffen. Es ist immer das gleiche Muster. Und alles hat nichts mit Meditation, Klangschalen oder Waldbaden zu tun. Es sind nüchterne, sachliche Entscheidungen. Doch immer geht es darum, Entscheidungen zu treffen und diese dann auch auszuführen. Ohne Ausführung, ist es ein Gedankenspiel ohne Wert.
Der richtige Moment ist immer jetzt
Ob du dich für einen neuen Weg entscheidest, etwas loslässt, was dich lange belastet hat, oder einfach deinen Alltag bewusster gestaltest – es ist nie zu spät. Und wenn es sich zu spät anfühlt, ist das oft das sicherste Zeichen, dass du jetzt losgehen darfst.
Danke, dass du heute wieder dabei bist.
Vielleicht ist genau dieser Sonntag der Moment, an dem du sagst:
„Ich habe lange genug gewartet.“
Ich wünsche dir einen achtsamen Tag.
Dein Michel



Hinterlasse einen Kommentar