Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Ein Notizbuch mit Stichwörtern auf der Terrasse

Geschichten, die Wurzeln schlagen – Wie Jonas und Mira im Böhmerwald entstanden

Auf meiner Terrasse im Böhmerwald, eine Tasse Kaffee in der Hand, beginnt jeder Tag mit Stille. Die Sonne steigt so langsam über die Bäume, die Vögel singen ihr Lied. Der geschotterte Weg knirscht unter den Schritten eines Wanderers. In dieser Ruhe, fernab von Stadtlärm und Propaganda, sind die Geschichten von Jonas entstanden – eine Erzählung über Achtsamkeit, Doppelmoral und Gemeinschaft, deren erstes Kapitel, „Doppelmoral – Jonas entdeckt die Achtsamkeit“, auf Books2Read zu lesen ist. Doch wie wird aus einer Idee eine Geschichte? Wie verwandelt sich eine leere Seite in eine Welt, in der Charaktere wie Jonas und Mira lebendig werden? Heute nehme ich euch mit in meinen Schreibprozess – einen Ausflug in die Fantasie, inspiriert von Michael Endes Die unendliche Geschichte und verwurzelt im Böhmerwald. (Michael Ende – Warum die Verfilmung von „Die unendliche Geschichte enttäuscht“)

Die leere Seite: Ein Garten der Möglichkeiten

Schreiben beginnt für mich mit einer leeren Seite, wie ein unbewirtschafteter Garten. Sie ist still, manchmal einschüchternd, aber voller Potenzial. 2021, als ich allein im Böhmerwald saß, während meine Frau in Deutschland in ihrem geschlossenen Friseursalon feststeckte, wurde das Schreiben mein Anker. Die Widersprüche der Corona-Zeit – Maßnahmen, die keinen Sinn ergaben, Politiker, die Spaltung säten, die Gesellschaft, die alles schluckte. Sie machten mich wütend. Doch statt zu zerstören, wollte ich pflanzen. Ich nahm mein Notizbuch, das auf dem Holztisch meiner Terrasse lag, und schrieb Stichworte: „Stille“, „Doppelmoral“, „Natur“, „Gemeinschaft“. Diese Worte waren Samen, die ich in die leere Seite streute.

Bei der Jonas-Geschichte war es ähnlich. Ich saß hier, hörte das Rascheln der Blätter und notierte: „Jonas“, „Stadt“, „Garten“, „Bücher“. Keine Sätze, nur Fragmente. Bilder tauchten auf: ein altes Haus, ein Apfelbaum, ein Wanderer am Gartenzaun. Plötzlich war da eine Szene – Jonas, der ein Haus findet, das ihn „anspricht“. Ich wusste nicht, wohin die Geschichte führen würde, aber ich vertraute dem Prozess. Schreiben ist wie Gärtnern: Man sät, gießt, wartet. Irgendwann wächst etwas, das größer ist als man selbst.

Der erste Satz: Ein Tor zur Geschichte

Der erste Satz ist wie der erste Schritt auf dem geschotterten Weg – zögerlich, aber entscheidend. Für das erste Kapitel, „Doppelmoral – Jonas entdeckt die Achtsamkeit“, schrieb ich: „Ich bin Jonas, war ein Kind in der Stadt.“ Es war kein perfekter Satz, aber er öffnete die Tür zu Jonas’ Welt – eine Welt voller Lärm, flimmernder Bildschirme und Kollegen, die über Rüstungsaktien lachten, während Nachrichten von Kriegen liefen. Mit diesem Satz war ich drin. Die leere Seite füllte sich mit Bildern: Jonas’ stickiges Büro, seine Wut auf die Doppelmoral, sein Entschluss, aufs Land zu ziehen.

Beim Schreiben tauche ich in die Geschichte ein, als würde ich sie leben. Jonas’ Frustration spiegelt meine eigene – damals, als ich 2021 die Schlagzeilen las und die Absurdität spürte: Supermärkte offen, Friseursalons geschlossen; Freiheit gepredigt, Spaltung gesät. Doch sein Weg in den Böhmerwald, in die Stille eines Gartens, war auch mein Weg. Ich sah ihn auf der Terrasse sitzen, Kaffee trinken, die Bienen summen hören. Schreiben ist ein Ausflug in die Fantasie, aber es ist mehr: Es ist, als würde ich die Charaktere atmen hören, ihre Zweifel teilen, ihre Hoffnungen spüren.

Mira und Michael Ende: Eine Hommage an die Kraft der Bücher

Die Geschichte nahm eine Wendung, als Mira auftauchte. Sie war nicht geplant, sondern ein Geschenk der Fantasie, inspiriert von Michael Endes Die unendliche Geschichte. Als Kind liebte ich Endes Idee, dass Bücher Welten erschaffen, die uns verändern können. Mira, die Wanderin mit dem Rucksack voller Bücher, ist mein Gedenken an ihn. Sie ist eine „Botschafterin der Bücher“, die Dörfer besucht, Geschichten vorliest und Menschen aus der Einsamkeit holt. Als ich die Szene schrieb, in der sie an Jonas’ Gartenzaun lehnt und sagt, „Du lebst hier wie in einer anderen Welt“, sah ich sie vor mir: lange braune Haare, ein Tuch um den Kopf, ein Lächeln, das Geschichten verspricht.

Mira ist mehr als eine Figur. Sie trägt die Magie von Endes Fantasie in den Böhmerwald – die Idee, dass Geschichten Brücken bauen können. Beim Schreiben fühlte ich ihre Leidenschaft, als sie Jonas von ihren Lesestunden erzählte, von alten Männern auf einer Bank, von Frauen, die Kuchen backten. Ich lachte, als sie über die Stadt sprach, wo Menschen für Likes Chai-Latte trinken, aber Äpfel aus der Region verschmähen. Mira wurde lebendig, eine Freundin, die meine Überzeugung teilt: Geschichten sind Samen, die Gemeinschaft wachsen lassen.

Im Garten der Charaktere: Leben und Fühlen

Während ich schreibe, werden die Charaktere zu Begleitern. Jonas ist wie ich – ein Suchender, der die Doppelmoral der Welt hinterfragt. Seine Reise vom Lärm der Stadt in die Ruhe des Böhmerwalds spiegelt meinen Weg seit 2020, als ich hier Wurzeln schlug. Doch Mira brachte die Geschichte zum Leuchten. Ihre Idee, einen Abend im Garten zu veranstalten, wo Menschen Geschichten, Lieder und Gedichte teilen, war wie ein Funke. Beim Schreiben dieser Szene sah ich die Fackeln flackern, hörte Václav von der Ernte sprechen, Eliška von Freiheit singen, Karel seine Albträume teilen. Lenka, die Lehrerin, las ein Gedicht über Hoffnung, und ich spürte die Wärme ihrer Stimme, obwohl ich die tschechischen Worte kaum verstand.

Die Sprachbarriere – meine Frau und ich sprechen kaum Tschechisch – wurde in der Geschichte zur Stärke. Ich lachte, als ich Václav „Freindschaft“ sagen ließ, nur um von Eliška korrigiert zu werden. Diese Momente kamen aus meinem Leben: Nachbarn, die grinsen, wenn ich „příběh“ falsch ausspreche, oder die stolz „Sprache verbindet“ sagen, wenn sie „Hoffnung“ lernen. Beim Schreiben fühlte ich die Freude dieser Begegnungen, als wäre ich selbst im Garten. Die Charaktere wurden Freunde, ihre Stimmen so real wie der Wind in den Sonnenblumen.

Der Tanz der Fantasie: Schreiben als Achtsamkeit

Schreiben ist für mich ein Tanz mit der Fantasie. Die leere Seite ist die Tanzfläche, die Stichworte sind die ersten Schritte, die Charaktere sind die Partner. Manchmal stolpere ich – ein Satz klingt falsch, eine Szene bleibt flach. Dann gehe ich in den Garten, jäte Unkraut, pflanze Salat. Die Erde bringt Klarheit. Als ich schrieb, wie Jonas die „unzerstörbare Pflanze“ der Achtsamkeit entdeckt, hatte ich selbst die Hände in der Erde. Ich spürte, wie diese Pflanze in mir wächst – eine Kraft, die mich die Widersprüche der Welt sehen lässt, ohne mich zu brechen.

Manchmal führt die Geschichte. Mira war ein Geschenk, der Abend im Garten ein Moment, der sich selbst schrieb. Ich sah den Sternenhimmel, hörte die Gitarre, fühlte die Stille nach Karels Worten. Schreiben ist, als würde ich in die Geschichte eintauchen, Teil ihrer Welt werden. Es ist ein Akt der Achtsamkeit: im Moment sein, die Gedanken beobachten, die Charaktere leben lassen. Jonas’ Fragen – wie finden wir Verbindung in einer gespaltenen Welt? – sind meine Fragen. Beim Schreiben lebe ich sie, finde Antworten, pflanze Samen.

Eine Hommage an Michael Ende – und ein Aufruf an euch

Die Jonas-Geschichte ist meine Antwort auf die Widersprüche, die mich 2020 fast zerrissen haben – eine Welt, in der Freiheit gepredigt, aber Spaltung gesät wurde. Jonas ist meine „Waffe“, inspiriert von Michael Endes Glauben an die Kraft der Fantasie. Mira, die Botschafterin der Bücher, trägt seine Magie in den Böhmerwald. Ihre Geschichte zeigt, dass wir durch Zuhören und Teilen Gemeinschaft schaffen können. Ich plane, diese Abende real umzusetzen – Treffen in meinem Garten, wo wir Geschichten teilen, ohne zu werten, genau wie Jonas und Mira.

Schreiben ist mein Weg, die Welt zu verstehen und zu verbinden. Es ist kein einsamer Prozess, sondern ein Gespräch – mit Jonas, Mira, euch. Deshalb lade ich euch ein, selbst zu schreiben. Nehmt ein Blatt, notiert Stichworte: „Ruhe“, „Fragen“, „Natur“. Lasst sie Wurzeln schlagen. Vielleicht wird es eine Geschichte, ein Gedicht, ein Satz. Es wird eure Geschichte sein, ein Ausflug in eure Fantasie.

Lest Jonas’ Geschichte – und schreibt eure eigene

Das erste Kapitel, „Doppelmoral – Jonas entdeckt die Achtsamkeit“, ist auf Books2Read verfügbar. Es ist der Anfang einer Reise, die in meinem Garten begann und die ich mit euch teile. Auf michelswelt.blog begleite ich die Geschichte mit Teasern, Fotos und bald Berichten von echten Treffen. Folgt mir auf Instagram und Facebook, wo ich Zitate teile wie: „Geschichten sind Samen, die Gemeinschaft wachsen lassen.“ Auf YouTube lade ich bald Videos hoch – von Wanderungen, Rezepten und den Treffen, die Jonas’ Vision lebendig machen.

Teilt eure Gedanken in den Kommentaren: Wie beginnt ihr eine Geschichte? Was fühlt ihr beim Schreiben? Welche Charaktere leben in eurer Fantasie? Oder setzt euch für fünf Minuten hin, atmet tief ein und fragt: „Was will ich erzählen?“ Lasst uns gemeinsam Wurzeln schlagen – für Geschichten, die verbinden, inspiriert von Michael Ende und dem Böhmerwald.

Mit Achtsamkeit und Fantasie,
Michel aus dem Böhmerwald