Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Jonas entflieht der Hektik und Doppelmoral der Stadt

Doppelmoral – Jonas entdeckt die Achtsamkeit

Ich bin Jonas, war ein Kind in der Stadt. Aufgewachsen in einem Mehrfamilienhaus, Schule, Freizeit, alles im Lärm der Stadt. Als ich anfing zu arbeiten, saß ich im Büro. Starrte täglich auf flimmernde Bildschirme, stickige Büroluft, Kollegen, die nur von Karriere sprachen und sich über ihr Gehalt definierten. Die vorne herum den Chef angrinsten und kurz darauf über ihn herzogen. Welch Doppelmoral!
Auf den Bildschirmen scrollte ich durch Nachrichten über Kriege, deren Grund ich nicht verstand. Ich hörte Kollegen über Aktien von Rüstungsfirmen diskutieren, als wäre es ein Spiel. „Das ist die Anlage der Zukunft“, sagten sie. „Die haben die neue, garantiert tödliche Waffe entwickelt, da gibt es kein Entkommen mehr. Damit machen wir dicke Gewinne.“

Eine Stadt voller Lärm

Ich nickte und fühlte, das ist falsch. Ich sah täglich die Schlagzeilen. Hunderttausend Tote in Konflikten, mal hier auf der Welt, dann mal da. Zerstörte Städte, verzweifelte Menschen, Familien auf der Flucht. Doch genau von den gleichen Kollegen wurde ich schief angeschaut, wenn ich über authentische Beziehungen sprach, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Das Recht, mitzubestimmen, ob das Geldsystem verändert wird, ob Kriegswaffen in Kriegsgebiete geliefert werden. Das Recht, meine Meinung offen zu äußern. „Das gehört sich nicht, das sind komplexe Fragen, auf die gibt es keine einfachen Antworten“, sagten sie. „Das macht man nicht.“

Diese Peinlichkeit nagte an mir. Kirchen segnen Raketen, aber prangern Menschen an, deren Beziehung gescheitert ist oder die andere Beziehungen leben. Welch gelebte Doppelmoral? Warum war es normal, über Kriegswaffenproduktion zu reden, aber Menschen anzugreifen, die Frieden und Diplomatie fordern. Warum ist es peinlich über Liebe, Freiheit oder das Glück des anderen Lebensstils zu sprechen? Ich fühlte mich gefangen in einem System, das Zerstörung belohnt und Menschlichkeit verurteilt. Erschöpft von der Hektik, dem Lärm, der Propaganda, die Krieg als unvermeidlich darstellte. Ich machte etwas radikales: Ich kündigte den Job, packte meine Sachen und zog aufs Land.

Das Land: Ein Ort der Stille

Am Land, weitab von großen Städten, fand ich ein altes Haus. Klein, aber mit einem großen Garten. Ein Garten mit alten Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsebeeten. Blumenbeeten vor dem Haus. Es gehörte einer alten Frau, die vor 2 Jahren gestorben war. Ihre Nachfahren wollten das Haus schon abreißen. Durch einen Zufall kam ich bei einer Fahrradtour an dem Haus vorbei. Ich sah, dass es verlassen war, der Garten zugewuchert. Doch die Blumen kämpften sich durch. Ich hatte das Gefühl, das Haus spricht mich an. Ich schaute mich um, fragte Nachbarn nach den Besitzern und konnte sie überreden, mir das Haus zu verkaufen. Sie grinsten hämisch, als sie das Geld bekamen. Dachten wohl, sie hätten ein gutes Geschäft gemacht und mich über den Tisch gezogen.

Doch ich war glücklich mit dem Haus. Vor allem war ich jetzt am Land, es war alles anders. Keine hupenden Autos, keine Hektik, keine grellen Bildschirme, keine Schlagzeilen. Stattdessen hörte ich den Wind in den Bäumen, die Vögel zwitschern, die Bienen summen. Ich spürte den Kies unter meinen Schuhen. Ich begann, den Garten herzurichten, bepflanzte die Gemüsebeete mit Tomaten, Zucchini, Salat. Jeden Morgen stand ich auf, setzte mich auf die Terrasse und atmete tief ein. Ich spürte die Ruhe. Zum ersten mal seit Jahren fühlte ich mich lebendig – im Hier und Jetzt.

Die Ruhe und die Natur gab mir eine Kraft, die mich veränderte. Ich lernte, meine Gedanken zu beobachten, sie wahrzunehmen, ohne mich von ihnen mitreißen zu lassen. Ich begann das Ritual, mich täglich mit meiner Tasse Kaffee am Morgen rauszusetzen und für zehn Minuten zu überlegen: „Was ist wirklich wichtig für mich? Was will ich in meinem Leben?“ In dieser Stille begann ich, die Welt klarer zu sehen.

Die Doppelmoral erkennen

Eines Tages, während ich im Garten arbeitete, fiel mir ein Gespräch aus der Stadt wieder ein. Ein Kollege hatte stolz erzählt, wie er Aktien einer Rüstungsfirma gekauft hatte: „Die machen Millionen, während die Welt brennt!“ Alle hatten gelacht. Doch in derselben Woche war ich kritisiert worden, weil ich in einer Kneipe offen über selbstbestimmte Beziehungen gesprochen hatte. „Das ist doch unmoralisch“, hatte jemand gesagt. In der Stille meines Gartens erkannte ich die Absurdität: Warum war es „moralisch“, von Kriegen zu profitieren, aber „unmoralisch“, über Liebe, Freiheit oder einen anderen Lebensstil zu sprechen?

Ich überlegte, warum ich es jetzt so deutlich erkannte? Eines Tages kam ein Typ an meinem Garten vorbei. Ein Wanderer mit großem Rucksack. Er blieb stehen und sagte zu mir „Einen schönen Garten hast Du“. Ich schaute auf, ein Typ, lange Haare, ziemlich ungepflegt. Ich bedankte mich. Er sagte „hier kannst Du die Ruhe genießen“. Ich stimmte ihn zu, fragte ihn, ob er etwas trinken möchte, lud ihn auf einen Kaffee ein. Wir kamen ins Gespräch, ich erzählte von meinen Überlegungen. Er meinte nur, du hast die Achtsamkeit erkannt. Genau deswegen sei er mit dem Rucksack unterwegs und nicht mit dem Flugzeug.

Achtsamkeit? Was ist das?

Achtsamkeit? Ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen. Ich suchte mich durch das Internet. Kam auf Seiten mit Meditation, Klangschalen, Räucherstäbchen. Das war mir suspekt. Ich suchte weiter und fand die Konzepte dahinter. Ich wollte nicht einen Hype hinterherlaufen. Doch erkannte ich, dass ich Achtsamkeit, das Hier und Jetzt lebe.

Achtsamkeit half mir, diese Doppelmoral zu entlarven. Ich begann, die Propaganda zu hinterfragen, die Krieg als normal darstellte. Ich las über die Opfer – Hunderttausende Menschen, deren Leben zerstört wurden, während Konzerne wie die, die seine Kollegen feierten, Milliarden verdienten. Gleichzeitig erkannte ich, dass die Tabuisierung von Themen wie Nähe oder alternativen Lebensweisen ein Kontrollmechanismus war. Die Gesellschaft wollte Menschen in engen Normen halten, weil freie, selbstbewusste Menschen gefährlich sind – sie hinterfragen, sie fordern Veränderung. War ich ein gefährlicher Mensch? Ich möchte doch nur eine friedliche Welt.

Die unzerstörbare Pflanze

Die unzerstörbare Pflanze der Achtsamkeit gegen Doppelmoral

Ich begriff, dass Achtsamkeit eine unzerstörbare Pflanze in mir wachsen ließ. Sie war nicht laut, nicht aggressiv, aber sie wurzelte tief. Jedes Mal, wenn ich bewusst atmete, wenn ich die Erde unter meinen Fingern spürte, wenn ich mich fragte, was wirklich zählt, wurde diese Pflanze stärker. Sie machte mich immun gegen die Propaganda, die mir einst eingeredet hatte, Krieg sei unvermeidlich und Liebe unpassend. Sie gab mir die Klarheit, die Doppelmoral zu sehen: Eine Welt, die Zerstörung toleriert, aber Leidenschaft verdammt, ist eine Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Heute lebe ich weiter auf dem Land. Ich schreibe in meinem Notizbuch über meine Gedanken, teile sie mit anderen Menschen, die die Hektik der Stadt hinter sich lassen wollen. Ich spreche offen über das, was mich glücklich macht. Sei es die Ruhe der Natur, die Freiheit, authentisch zu leben, oder das Recht, meine Beziehungen selbst zu gestalten. Egal was die Gesellschaft denkt. Ich weiß, dass nicht jeder meine Ansicht teilt, aber das ist mir egal. Ich teile auch nicht die Ansicht der vielen Mitläufer, die alles ungeprüft schlucken. Die Pflanze in mir ist gewachsen, sie wird nicht mehr entwurzelt werden.

Ein Aufruf an dich

Du musst nicht aufs Land ziehen, um die Doppelmoral zu erkennen. Du kannst genau jetzt beginnen, im Hier und Jetzt. Setz dich für fünf Minuten hin, atme tief ein und frage dich: „Was ist mir wirklich wichtig? Warum akzeptiere ich Kriegspropaganda, aber scheue mich, über Liebe oder Freiheit zu sprechen?“ Lass diese Fragen Wurzeln schlagen. Sie sind der Anfang einer unzerstörbaren Pflanze, die dich befreien kann – von den Lügen der Kriegstreiber, von der Scham, die andere dir auferlegen, von einer Welt, die aus dem Gleichgewicht ist.

Teile deine Gedanken in den Kommentaren. Was hindert dich, achtsam zu leben? Wie gehst du mit der Doppelmoral im Leben um? Lass uns gemeinsam wachsen – für eine Welt, in der Frieden und Freiheit nicht nur Worte sind.

Mit Achtsamkeit und Mut,

Jonas vom Land

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