Spätzle, die kleinen, handgeschabten Teigwaren, sind ein unverkennbares Symbol der schwäbischen Küche. Ihren Ursprung haben sie in Süddeutschland, insbesondere in Schwaben, wo sie seit Jahrhunderten auf den Tisch kommen. Der Name „Spätzle“ leitet sich vermutlich vom althochdeutschen Wort „Spatz“ (kleiner Vogel) ab, was auf ihre unregelmäßige, charmante Form hinweist. Traditionell bestehen Spätzle aus Weizenmehl, Eiern und Wasser, doch sie sind wunderbar vielseitig und laden zu Experimenten ein. Deshalb habe ich mit Buchweizen-Spätzle experimentiert.
Eine spannende Variante sind Spätzle mit Buchweizenmehl. Buchweizen, kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs, bringt einen herrlich nussigen Geschmack und eine leicht rustikale Note in den Teig. In Regionen wie Südtirol oder den Alpen wird Buchweizenmehl traditionell für herzhafte Gerichte verwendet, und auch in der schwäbischen Küche harmoniert es perfekt. Nach meinem heutigen Versuch habe ich festgestellt, dass reines Buchweizenmehl oder Mischungen mit Kartoffelstärke oft zu bröckelig werden. Ein Teil Weizenmehl ist der Schlüssel zu perfekten Spätzle, die sowohl Geschmack als auch Textur vereinen. Hier ist mein erprobtes Rezept für zwei kräftige Portionen – ideal für ein gemütliches Abendessen!
Rezept: Buchweizen-Spätzle für zwei
Zutaten (für 2 kräftige Portionen):
- 200 g Buchweizenmehl
- 150 g Weizenmehl (Typ 405 oder 550)
- 4 Eier (Größe M)
- 100 ml Wasser oder Milch (je nach Teigkonsistenz)
- 1 TL Salz
- 1 Prise Muskatnuss
- Butter zum Schwenken oder Soße nach Wahl (z. B. Käsesoße oder Pilzrahm)
Zubereitung:
- Teig vorbereiten: In einer großen Schüssel Buchweizenmehl, Weizenmehl, Salz und Muskatnuss vermischen. Die Eier hinzufügen und nach und nach das Wasser oder die Milch einrühren. Mit einem Schneebesen oder einem Kochlöffel kräftig schlagen, bis ein glatter, zähflüssiger Teig entsteht. Er sollte langsam vom Löffel tropfen. Falls der Teig zu fest ist, etwas mehr Flüssigkeit hinzufügen.
- Teig ruhen lassen: Den Teig abdecken und 15-30 Minuten bei Raumtemperatur ziehen lassen. Das Buchweizenmehl kann so die Flüssigkeit besser aufnehmen, und der Teig wird geschmeidiger.
- Spätzle formen: Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise in einen Spätzlehobel (hier bei Amazon kaufen) oder über ein Brett schaben und direkt ins kochende Wasser geben. Alternativ kannst du einen Spätzlepresse (bei Amazon kaufen) verwenden.
- Kochen: Sobald die Spätzle an die Wasseroberfläche steigen (nach 1-2 Minuten), sind sie gar. Mit einer Schaumkelle herausnehmen und in eine Schüssel geben. Optional: Die Spätzle in etwas geschmolzener Butter schwenken, damit sie nicht kleben.
- Servieren: Die Buchweizen-Spätzle schmecken herrlich mit einer kräftigen Käsesoße, einer Pilzrahm oder einfach mit gerösteten Zwiebeln und etwas frischem Schnittlauch. Besonders zu empfehlen als Beilage zu Hülsenfrüchte – Nachhaltiges Superfood und Krisenspeicher
Tipp:
Buchweizenmehl bindet unterschiedlich, daher die Flüssigkeitsmenge nach Gefühl anpassen. Die Kombination mit Weizenmehl sorgt für die perfekte Textur – rein glutenfreie Varianten mit Kartoffelstärke waren in meinem Test heute weniger überzeugend, da sie zu bröckelig wurden.
Warum Buchweizen-Spätzle?
Dieses Rezept verbindet Tradition mit einem Hauch Innovation. Der nussige Geschmack des Buchweizens macht die Spätzle zu etwas Besonderem, ohne den schwäbischen Charakter zu verlieren. Sie sind perfekt für alle, die neue Aromen ausprobieren möchten, aber den Komfort eines klassischen Gerichts schätzen. Ob als Hauptgericht mit einer reichhaltigen Soße oder als Beilage zu einem deftigen Braten – diese Spätzle bringen Abwechslung auf den Teller.
Serviervorschlag:
Für ein echtes schwäbisches Erlebnis serviere die Spätzle mit einem Glas Trollinger oder einem kühlen Bier. Guten Appetit!



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