Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes

Bewusst Essen: Der Geschmack der echten Lebensmittel

Pommes mit Ketchup und Majo – Currywurst ertränkt in hausgemachter Currysoße. Döner mit 3 Soßen. Aber auch Kartoffelsalat mit Majonaisedressing. Nicht einfach reinschaufeln, sondern bewusst essen. Fisch schmeckt nach Fisch, Brokkoli – wie eigentlich? Fastfood klaut den Geschmack, übrig bleibt nur Fett, Öl, Salz. Keine Zeit zum Essen. Schnell einen Happen zwischendurch. Hauptsache satt? Schnell was Essen, das nächste Meeting wartet nicht, die Karriere geht vor. Vor was?

Ich stehe in der Küche und schau auf eine Kartoffel – ganz normale Ware vom Markt, kein Himalaya-Schnickschnack. Exotisch hat nichts mit gut zu tun. Früher hätte ich die zu Brei gekocht, mit einem Päckchen Soße drüber, weil es schnell geht. Doch irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Warum muss das eigentlich schnell gehen, statt bewusst zu essen? Was genau ist wichtiger als mich zu ernähren?

Achtsame Kartoffeln

Heute bereite ich sie mit Bedacht zu, nicht mit Pinzette auf einem Quadratmeter-Teller mit hippen Kügelchen, sondern bewusst auf den Teller gelegt. Das ist Gourmetküche, wie sie gedacht war – ehrlich, nicht aufgeblasen. Kein Fastfood, das nur den Bauch füllt, sondern was, das schmeckt, wie es soll. Die Pommes mit Soßenberg?

Da schmeckst du Fett und Salz, aber keine Kartoffel mehr. Ich habe es früher auch gemacht – schnell was rein, Hauptsache satt. Auch heute gehe ich gerne mal zu einem Imbiss. Aber nicht in Hektik, sondern um bewusst zu essen. Oder beim Essen das Smartphone in der Hand, die E-Mails checken, die WhatsApp beantworten. Doch was habe ich dabei eigentlich gegessen?

Bewusst essen im Frühling: Hektik beim Fastfood-Stand
Frühling 2025: Pommes statt Geschmack?

Bewusst essen im Frühling

Warum macht Fastfood das mit uns? Es ist wie die Masse aus Teil 1: 80 Prozent rennen mit, weil es bequem ist, weil sie nicht warten müssen. Gustave LeBon hat’s 1895 beschrieben: In Gruppen denkt keiner nach, alle folgen. Beim Essen das Gleiche: Fastfood ist laut, schnell, überall – und die meisten greifen zu. Stanley Milgram hat 1961 gezeigt: 65 Prozent gehorchen blind, wenn eine Autorität es sagt.

Heute ist es die Werbung: „Schnell, billig, lecker!“ Aber bewusst essen bedeutet: Hinschauen, nicht mitlaufen. Ich könnte jede Woche LeBon zitieren, bis ihr es auswendig könnt, aber ich gebe euch Praxis: Nimm eine Kartoffel – vom Markt, vom Bauern, egal, Hauptsache echt. Wasche sie, schneide sie, koche sie – bissfest, mit einem Stück Butter, ein bisschen Salz. Nimm Steinsalz ohne Bindemittel. Setz dich hin und schmecke. Mach dabei die Augen zu. Das hilft zur Übung. Frage dich: Wie ist das? Nicht werten, nur hinschauen.

Achtsamkeit beim bewussten Essen im Frühling
Frühling 2025: Schmeck, was du isst.

Achtsamkeit beim Essen: Geschmack statt Fraß

Das führt weg vom Fastfood. Die Pommes mit Ketchup sind eine Lüge – du zahlst für Fett, nicht für Geschmack. Geschmacksexplosion im Mund, liegen wie ein Stein im Bauch. Bewusst essen im Frühling spart Geld: eine Kartoffel kostet fast nichts, eine Portion Fritteuse auch nicht viel – aber die eine macht zufrieden und satt, die andere füllt nur. Ich habe letzte Woche einen Fisch gebraten – einfach, ein bisschen Salz, mit Zitrone, keine Panade, keine Kräuter – und gemerkt: Das ist es. Kein Fertigfraß, kein Lärm. Oder Brokkoli – nicht zerkocht, sondern gedämpft. Wie schmeckt der eigentlich? Ich hab es herausgefunden, indem ich es probiert habe – nicht geschaufelt, sondern geschmeckt. Bewusst gegessen, Nicht alles gemischt, mit Smartphone im Blick. Das ist kein Geheimnis, das ist Alltag.

Schneller und Mehr – die Werbung will es

Die Werbung macht es uns leicht: „Iss schnell, kauf mehr!“ Aber Achtsamkeit dreht es um. Du schaust hin, filterst raus, was dich betrügt. Nicht den Spargel mit Fertigholandaise ertränkt. Mach sie selbst. Nimm Dir die Zeit dazu. Was willst Du mit schnell erreichen? 3 Dinge tun, aber nichts richtig? Bewusst essen im Frühling heißt nicht, dich auszuklinken, sondern wahrzunehmen, was zählt. Nimm eine Kartoffel, schmeck sie – das ist mehr wert als eine Tüte Pommes.

Fett, Salz, Hefe – Schnell und teuer

Man kauft teure Fertiggerichte weil es ja „schnell gehen muss“. Was ist da drin? Fett, Salz, Hefe, Einheitsgeschmack. Egal welcher Fisch, schmeckt alles gleich nach Chemie. Warum tun wir uns das an? Ich war vor etwa 30 Jahren auf Sardinien. Ein kleines Restaurant, abseits der Touristenmeile. Dort gab es Frutti di Mare und Calamari grillia. Frutti di Mare – echte Meeresfrüchte nur mit etwas Essig, Salz, Pfeffer, Öl. Nicht einen Berg Blattsalat mit Pampedressing. Ich kann mich an den Geschmack heute noch erinnern. Auch die Calamari. Auf dem Holzkohlegrill gegrillt, etwas Salz, etwas Pfeffer und Zitrone. Keine Majo, kein Ketchup, keine Supersoße. Das war billig und Geschmack pur.

Für alle, die sich tiefer informieren wollen:

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Kochbuch: Achtsam essen, gesund leben. Mit intuitiver Ernährung zum persönlichen Wohlbefinden.
Gebundene Ausgabe – 3. März 2020 von Nadine Hüttenrauch (Autor)
Dieses Buch kann der letzte Ernährungsratgeber sein, den Sie jemals brauchen. Denn der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung und einem positiven Verhältnis zum eigenen Körper liegt in der Achtsamkeit.
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Slow Food: Geniessen mit Verstand
Taschenbuch – 1. November 2003 von Carlo Petrini (Autor)
Dieses Buch bietet einen Überblick über die Geschichte und Philosophie von Slow Food. Es erzählt, wie aus einem Protest gegen Fast Food eine weltweite Bewegung für regionale Produkte, biologische Vielfalt und bewussten Genuss wurde. Petrini erklärt, warum gutes Essen Zeit und Verantwortung braucht.
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Psychologie der Massen: Leinen mit Goldprägung
Gebundene Ausgabe – 28. Mai 2018 von Gustave Le Bon (Autor), Rudolf Eisler (Übersetzer)
Dieses Buch erklärt, wie Gruppen oft irrational handeln und Emotionen über Verstand siegen. Es zeigt, warum Massen so leicht beeinflusst werden können.
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Ich persönlich finde Dill den Geschmackskiller schlechthin. Dill kann man nur pur essen. Egal mit was vermischt, schmeckt alles nach Dill. Warum sollte ich dann den Lachs essen, wenn dieser nach Dill schmeckt? Kräuter sind in Ordnung, frisch, dezent. Der Star ist die Kartoffel, der Fisch, das Stück Fleisch. Nicht die Kräuterdominanz. Sahnesoßen genauso. Egal was in Sahne ersäuft. Zu dicke Menschen mit wenig Bewegung und wenig Nährstoffbedarf essen als ob sie eine Dürre überleben müssten. Und das in der Geschwindigkeit eines Formel-1-Rennens. Warum machen wir uns kaputt?

Yoga für Senioren: Achtsamkeit durch Bewegung im Frühling
Frühling 2025: Bewusst bewegen statt hetzen.

Bewusst essen – einfach genießen

Es ist so einfach. An den Tisch setzen, bewusst das Stück Fleisch, die Kartoffel, den Brokkoli, den Salat. Nicht alles zusammen. Dann kann ich es auch pürieren und mischen. Wenn ich die Zeit zum Essen nicht habe, dann sollte ich über mein Leben nachdenken. Welchen Herren diene ich, wem laufe ich hinterher. Schneller essen ist die schlechteste Lösung. Die Nachrichtenflut ist schneller. Ich kann noch mehr anderer Leute Bedürfnisse in kürzerer Zeit befriedigen. Ich werde nicht hinterherkommen.

Das Konzept kennt man auch aus der Slow-Food-Bewegung. Regionale Lebensmittel, bewusst eingekauft, bewusst konsumiert. In der Summe ist es dann sogar günstiger als im Supermarkt einzukaufen. Die Qualität kann kein Supermarkt erreichen und der Gewinn an Lebensqualität vom Einkauf bis zum Genuss ist unbezahlbar. Das ist wahrer Luxus ohne viel Geld. Mehr Lebensqualität habe ich in diesem Blogbeitrag:
Achtsamkeit im Frühling: Entschleunigen statt Mitlaufen

Yoga unterstützt das bewusste Essen – Achtsamkeit in Bewegung und am Tisch.

Yoga klingt jetzt schon wieder so abgehoben. Man stellt sich irgendwelche Verrenkungen vor. In der Werbung, junge Frauen – durchtrainiert, den Fuß unter den Armen über den Kopf gelegt und lächeln. Das ist Werbung. Ich mache zu Yoga noch einen extra Beitrag. Aber im Prinzip ist es Achtsamkeit in der Bewegung. Hilft mir in meinem Alter sehr.

[Bild: Yoga für Senioren: Achtsamkeit beim Essen]
Doch Yoga passt dazu – kein Trend mit bunten Matten, sondern Krafttraining im Sitzen. Du bewegst dich bewusst, hebst den Löffel, spürst den Biss – Achtsamkeit beim Essen und Bewegen. Wie schneide ich die Kartoffel schonend? Wie hebe ich den Teller? Geht schneller, als den Hexenschuss zu kurieren. „Mach langsam, es pressiert“ – mein Leitsatz. Nimm fünf Minuten, schmeck den Wind, den Fisch, das Leben – kein Retreat, sondern Alltag.

Fazit: Bewusst essen – ein Schritt zu mehr Leben

Schnell eine Tüte Pommes oder ein Fertiggericht reinschaufeln, mag bequem sein – aber was bleibt davon? Fett im Magen, Hektik im Kopf. Bringt dich keinen Schritt voran. Das Glück deines Lebens wirst du dadurch nicht erreichen. Und wen die Pommes mit Trüffel überzogen sind, es bleibt hektische Pampe. Bewusst essen ist keine Zauberei und braucht keinen Luxus. Eine Kartoffel, ein Stück Fisch, ein Moment Ruhe – das reicht, um Geschmack statt Füllung zu erleben.

Bewusst essen dient dem Wohlbefinden und der Gesundheit. Achtsam kauen, bedächtig schmecken – viele Ernährungsmediziner würden zustimmen: Körper und Geist profitieren. Stress schwindet, das Magen-Darm-System arbeitet besser, Gewichtskontrolle wird leichter. Sogar das Herz-Kreislauf-System sagt Danke – ohne Medikamente, Seminare oder Kurse. Mehr Ernährung? Hier geht es zur Weizenwampe: Gluten und Weizen: Ursachen und Lösungen für Blähungen

Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern anzufangen: Hinschauen, schmecken, innehalten. Die Werbung will uns hetzen, die Masse läuft mit – doch du kannst entscheiden, deinen Teller und dein Leben zurückzuerobern. Probiere es aus: Nimm dir heute fünf Minuten, iss bewusst und frag dich – wie fühlt sich das an? Mehr dazu nächsten Sonntag um 7 Uhr auf michelswelt.blog.

Quellen:

  1. LeBon, Gustave (1895). „Psychologie der Massen“. Zum Buch bei Amazon: https://amzn.to/3FMP2vv
  2. Milgram, S. (1963). Behavioral Study of Obedience. Journal of Abnormal and Social Psychology, 67(4), 371–378. DOI: https://doi.org/10.1037/h0040525
  3. Slow Food Bewegung. Offizielle Website: https://www.slowfood.de

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