Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
A peaceful Sunday morning scene showing a person with coffee on a bench, observing disrespect in everyday life – a neighbor’s car nearly hits a cyclist, and trash is misplaced, highlighting the need for Respekt im Alltag.

Respekt im Alltag – ein Wort, das jeder kennt, aber selten lebt

Sonntagmorgen, 8 Uhr – die Sonne scheint, der Frühling ist in vollem Gang. Ich sitze mit meiner Tasse Kaffee auf der Bank vor meinem Haus, die Vögel zwitschern, und ich beobachte die Straße. Der Nachbar fährt mit seinem Auto rückwärts aus der Einfahrt, ohne nach links oder rechts zu schauen – ein Radfahrer muss ausweichen, schimpft laut, der Nachbar winkt nur ab. weil er es eilig hat. Ein paar Meter weiter sehe ich, wie ein älterer Herr seinen Müll in die falsche Tonne wirft, obwohl die Schilder klar sind. Und im Briefkasten liegt schon wieder Werbung, die mir Dinge andrehen will, die ich nicht brauche, trotz Aufkleber „Keine Werbung“. Überall kleine Momente, die eines zeigen: Respekt im Alltag ist oft Mangelware, weil Rücksicht fehlt.

Respekt im Alltag – das Wort hört man ständig, doch was bedeutet es wirklich? In der Politik, im Beruf, im Alltag. Aber was heißt das eigentlich? Für mich ist Respekt kein großes Ding, kein Modewort, das man in teuren Kursen lernen muss. Respekt ist etwas Praktisches, etwas, das wir jeden Tag leben können – oder eben nicht. Es geht darum, den anderen zu sehen, seine Grenzen zu achten, aber auch die eigenen nicht zu vergessen. In einer Zeit, in der alles schnell gehen muss, in der jeder nur an sich denkt, ist Respekt wichtiger denn je. Schauen wir mal genauer hin.

Was ist Respekt überhaupt?

Respekt kommt vom lateinischen „respicere“ – „zurückschauen“ oder „Rücksicht nehmen“. Es bedeutet, den anderen wahrzunehmen, ihn als gleichwertig zu sehen, seine Bedürfnisse und Grenzen zu achten. Aber Respekt ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht nur darum, anderen Respekt zu geben, sondern auch, ihn für sich selbst einzufordern. In der Psychologie spricht man oft von „Selbstrespekt“ als Grundlage: Wer sich selbst nicht achtet, kann auch anderen keinen Respekt entgegenbringen.

Eine Studie der Universität Hamburg aus 2022 hat das untersucht: Menschen, die sich selbst respektieren, zeigen in 78 Prozent der Fälle auch mehr Rücksicht gegenüber anderen. Umgekehrt führen mangelnder Selbstrespekt und Stress oft dazu, dass wir egoistischer handeln – wir denken nur an uns, weil wir uns selbst nicht im Griff haben. Das sieht man im Alltag: Der Autofahrer, der den Radfahrer übersieht, ist vielleicht gestresst, hat den Kopf woanders. Aber genau das ist das Problem – Respekt braucht Aufmerksamkeit, letztendlich Achtsamkeit, und die fehlt oft.

Respekt im Alltag: Wo er fehlt

Schauen wir uns den Alltag an. Respekt fehlt oft in den kleinsten Dingen. Im Supermarkt drängelt sich jemand an der Kasse vor, ohne zu fragen. Auf der Straße parkt einer so, dass der Nachbar nicht mehr aus seiner Einfahrt kommt. Im Beruf wird ein Termin nicht eingehalten, und niemand entschuldigt sich. In der Medizin schon der Normalzustand. Man könnte, wenn man denn wollte. Wenn man dem Kunden Respekt zollen würde. Das sind keine großen Verbrechen, aber sie zeigen, wie wenig Rücksicht wir oft nehmen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa aus 2024 zeigt: 62 Prozent der Deutschen über 50 fühlen sich im Alltag oft respektlos behandelt. Besonders häufig genannt werden Situationen im öffentlichen Raum: lautes Telefonieren im Bus, Müll auf der Straße liegen lassen oder das Ignorieren von Regeln – wie beim Mülltrennen. Interessant ist: 55 Prozent der Befragten geben zu, selbst nicht immer respektvoll zu handeln. Das Problem ist also nicht nur „die anderen“ – wir alle tragen dazu bei.

Respekt im Alltag in der Praxis

Eine Person in einem Wartezimmer schaut auf die Uhr und denkt über Pünktlichkeit als Form von Respekt im Alltag nach, während eine Uhr einen verschobenen Termin anzeigt.

Ein Beispiel aus der Praxis: Du hast einen Termin beim Arzt. Den hast nicht du bestimmt. Du rufst an, vereinbarst einen Termin, das Empfangspersonal oder der Arzt schlägt ihn vor, und du stimmst zu. Wie oft kommst du pünktlich beim Arzt an, nur um dann erst mal eine Stunde im Wartezimmer zu sitzen? Kann der Arzt keine Uhr lesen? Kann er nicht einschätzen, wie lange seine Behandlungen dauern?

Wie kann ein Arzt vier Patienten gleichzeitig behandeln? Was würde er sagen, wenn sein Friseur das Gleiche machen würde – Termin vereinbart, und der Friseur trinkt erst mal in Ruhe seinen Kaffee? Das zeigt den mangelnden Respekt im Alltag, den Ärzte ihren Kunden entgegenbringen. Das sind die Leute, die seinen Kühlschrank füllen, die sein Gehalt bezahlen.

Warum fehlt Respekt im Alltag: Die Psychologie dahinter

Warum fällt es uns so schwer, respektvoll zu sein? Ein Grund ist die oberflächliche Gesellschaft. Die Informationsflut der Informationsgesellschaft, alles „muss schnell gehen“. Laut einer Studie der Technischen Universität Dresden (2023) fühlen sich 68 % der Menschen über 50 durch die ständige Erreichbarkeit gestresst – Benachrichtigungen, Werbung. Nachrichten überall, alleine in Deutschland geschätzt 1200 Nachrichtenkanäle.

Wer sich stressen lässt, hat eine Zeit, auf andere zu achten. Achtet aber auch nicht auf sich selbst. Der Autofahrer, der den Radfahrer übersieht, ist vielleicht auf dem Weg zu einem Termin und hat den Kopf bei der Arbeit. Bewusste Achtsamkeit könnte helfen. Jetzt fahre ich Auto, beim Kunden ist der Termin. Ich kann beim Autofahren nichts am Kundentermin ändern. Unachtsam verursache ich vielleicht einen Unfall und der Termin platzt.

Ein weiterer Grund ist die Psychologie der Massen, die Gustave Le Bon schon 1895 beschrieben hat. In Gruppen schalten wir den Verstand ab und wir folgen, statt nachzudenken. Das sieht man im Alltag: Wenn einer anfängt, den Müll falsch zu trennen, machen es andere nach – „Wenn der das macht, kann ich das auch.“ Stanley Milgram hat 1961 in seinem Gehorsamsexperiment gezeigt: 65 Prozent der Menschen folgen einer Autorität, auch wenn sie wissen, dass es falsch ist. Es wird Müll getrennt, niemand hinterfragt den Sinn. Man entscheidet nach Vorgaben – ob richtig oder falsch. Achtsamkeit würde bedeuten, zu hinterfragen. Was mache ich da und warum? Wertfrei annehmen, reflektieren.

Eine Person blickt selbstbewusst in einen Spiegel und symbolisiert damit Selbstrespekt als Grundlage für Respekt im Alltag in einem ruhigen, warm beleuchteten Raum.

Heute ist die Autorität oft der Druck der Gesellschaft: „Was sollen die Nachbarn denken?“ oder „Alle machen das so.“ Respekt würde hier heißen: Ich denke selbst nach, statt blind mitzulaufen. Mehr dazu in meinem Beitrag „Achtsamkeit in der Gesellschaft – Warum wir folgen“.

Selbstrespekt: Die Basis für alles

Respekt beginnt bei einem selbst. Wer sich selbst nicht achtet, kann auch anderen keinen Respekt zollen. Selbstrespekt heißt, die eigenen Grenzen zu kennen und sie zu verteidigen – ohne aggressiv zu werden. Ein Beispiel: Du hast einen Termin, aber die andere Person kommt eine Stunde zu spät, ohne sich zu entschuldigen. Selbstrespekt bedeutet, das nicht einfach hinzunehmen, sondern ruhig, aber klar zu sagen: „Wir haben einen Termin vereinbart, und ich erwarte, dass er eingehalten wird.“ Das ist keine Arroganz, sondern Rücksicht – auf dich selbst.

Ich zeige dem Gegenüber damit auch, dass ich Respekt einfordere. Eine Begegnung auf Augenhöhe. Der Kunde des Arztes sagt ihm verdeckt: „Es ist in Ordnung, dass Du mich warten lässt. Du bist mir überlegen“. Doch ist uns der Arzt überlegen? Warum sollte er? Er bietet eine Dienstleistung an. Er macht das nicht kostenlos für die Gesellschaft. Es ist sein selbst gewählter Beruf. Er ist ein Teil der Gesellschaft, genau wie der Friseur oder die Müllabfuhr. Alle haben ihre Berechtigung in der Gesellschaft, sonst gäbe es die Berufe nicht.

Für alle, die tiefer einsteigen wollen

Hier drei Buchempfehlungen zum Thema. Bestellst du über die Links, unterstützt du meine Arbeit ohne Mehrkosten – Amazon zahlt eine kleine Provision.

Psychologie der Massen: Leinen mit Goldprägung Gebundene Ausgabe – 28. Mai 2018 von Gustave Le Bon (Autor), Rudolf Eisler (Übersetzer)
Le Bons berühmtes Werk ‚Psychologie der Massen‘ übte einen nachhaltigen Einfluss in der Wissenschaft und praktischen Politik aus. Dieses Grundlagenwerk der Sozialpsychologie beeinflusste nicht nur Sigmund Freud (‚Die Massenpsychologie und die Ich-Analyse‘), sondern wurde auch von Politikern und Diktatoren des 20. Jahrhunderts für die Ausarbeitung ihrer Propagandatechniken benutzt. Hier bei Amazon ansehen

Die Suche nach Selbstrespekt: Wie Anerkennung unser Selbstbild formt Taschenbuch – 13. Juni 2022 von Sophus Renger (Autor), Daniela Renger (Autor)
Eine Patientin wünscht sich mehr Wertschätzung von ihrem Arzt. Ein Klient in einer Beratungsstelle klagt über mangelnden Selbstrespekt. Was ist damit eigentlich gemeint? Sophus und Daniela Renger erkunden auf wissenschaftlicher Basis, wie sich Begriffe wie Wertschätzung oder Respekt auf der einen Seite und Selbstrespekt, Selbstliebe und Selbstwertschätzung auf der anderen Seite unterscheiden lassen. Klick hier um das Buch anzuschauen

Die Macht Ihres Unterbewusstseins: Das Original Gebundene Ausgabe – 20. Juni 2016 von Joseph Murphy (Autor)
Dr. Joseph Murphy gilt als Wegbereiter des positiven Denkens, seine Bücher haben sich millionenfach verkauft. Sein vor 50 Jahren erschienener Weltbestseller Die Macht Ihres Unterbewusstseins hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Denn unser Unterbewusstsein ist weitaus mächtiger, als wir annehmen – in ihm liegt der Schlüssel zum Glück. Bei Amazon

Studie zu Stress

Eine Studie der Universität München (2023) zeigt: Menschen, die ihre Grenzen klar kommunizieren, haben 25 Prozent weniger Stress. Warum? Weil sie sich nicht ständig überfahren lassen. Selbstrespekt gibt dir die innere Ruhe, auch anderen Respekt zu zeigen. Wer sich selbst nicht ernst nimmt, wird schnell gereizt – und das führt zu Konflikten. Der Nachbar, der den Radfahrer übersieht, hat vielleicht selbst das Gefühl, nicht gesehen zu werden – und das macht ihn rücksichtslos.

Achtsamkeit im Moment

Jedoch kann die Gesellschaft nichts für das Gefühl des Nachbarn. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ – jeder kann sich seiner Achtsamkeit bewusst werden. Es ist kein Hexenwerk, es ist nur das Wahrnehmen des Moments. Nicht morgen, nicht gestern nicht in zehn Minuten. Jetzt – was mache ich im Moment. Wie schmeckt die Kartoffel, die ich gerade esse? Was passiert gerade auf der Straße? Die Meldung im Radio dazu ist Lärm. Der Fahrradfahrer fährt hinter mir.

Auch hat Grenzen klar zu kommunizieren nichts mit Aggressivität zu tun. Lässt mich der Arzt eine Stunde im Wartezimmer setzen, obwohl er den Termin vorgeschlagen hat, habe ich das Recht ihn darauf hinzuweisen. Mir ist das vor 30 Jahren erstmals bewusst geworden. Ich bin ins Sprechzimmer, habe zum Arzt gesagt, wir müssen die Uhrzeiten vergleichen. Bei mir ist es 11 Uhr. Der Arzt meinte, bei ihm auch. Ich sagte zu ihm, wir haben aber zusammen um 10 Uhr einen Termin vereinbart. Nicht ich habe den vorgegeben. Ich musste nie mehr warten.

Respekt in der Praxis: Kleine Schritte, große Wirkung

Wie können wir Respekt im Alltag leben? Es sind oft die kleinen Dinge, die zählen. Hier ein paar praktische Ansätze, die jeder umsetzen kann – ohne teure Kurse oder Seminare.

  1. Pünktlichkeit als Zeichen von Respekt
    Pünktlichkeit ist eine der einfachsten Formen von Respekt im Alltag. Wenn du einen Termin hast, halte ihn ein – oder sag rechtzeitig ab, wenn es nicht geht. Eine Stunde Wartezeit ohne Entschuldigung zeigt: „Deine Zeit ist mir egal.“ Laut Statista (2024) empfinden 73 Prozent der Deutschen Unpünktlichkeit als respektlos. Also: Uhr im Blick behalten, und wenn es nicht klappt, kurz Bescheid geben.

    Es gibt eine Fülle von Zeitmanagementsystemen. Jeder hat ein Smartphone mit Kalenderfunktion. Dazu gibt es Routenplaner die Reisezeiten fast perfekt berechnen. Niemand kann 2 Termine gleichzeitig wahrnehmen. Niemand überwindet 100 Kilometer in Sekunden. Die Welt wird immer vernetzter, die Informationen immer einfacher, doch statt diese achtsam zu nutzen, wird versucht, die Zeit zu verlängern.
  2. Rücksicht im öffentlichen Raum
    Im Bus, im Park, auf der Straße – Rücksicht ist Respekt im Alltag. Laut telefonieren, Müll liegen lassen, allgemeine Regeln ignorieren, das zeigt, dass einem die anderen egal sind. Beispiel: Sprich leise, wenn du im Bus telefonierst. Oder im Park: der Müll gehört in die Mülltonne, der Fahrradfahrer muss sein Radrennen nicht im Park veranstalten. Auch Kinder haben dort Rechte.

    Es ist keine Rebellion wenn man dies missachtet, es ist ein Zeichen von mangelndem Respekt im Alltag. Verhalte ich mich so, darf ich von der Gesellschaft nicht erwarten, dass sie mir Respekt zollt. „Wie man in den Wald ruft…“ Letztendlich entscheide ich, wie sich mein Umfeld mir gegenüber verhält.
  3. Selbstrespekt einfordern
    Wenn jemand deine Grenzen überschreitet, sprich es an – ruhig, aber klar. Beispiel: Jemand drängelt sich an der Kasse vor. Sag: „Entschuldigung, ich war hier zuerst.“ Die meisten reagieren positiv, wenn du es sachlich ansprichst. Selbstrespekt einfordern heißt, deine Würde zu wahren, ohne Streit zu suchen. Aggressionen provozieren Gegenreaktionen. Achtsamkeit, Akzeptanz (akzeptiere ich die Situation), selbstbewusste Entscheidung. Vielleicht ist es dem Gegenüber nicht bewusst, dass man an der Kasse angestanden ist? Viele Menschen sind oberflächlich, müssen ihr mangelndes Selbstbewusstsein, ihren Rang in der Gesellschaft überall zeigen.

    Aber man sollte auch nicht immer nachgeben. Das wäre mangelnder Selbstrespekt. „Ach lass sie doch vor“ ist die Macht an andere abzugeben. Sie in ihrem Handeln zu bestärken. Niemand in der Gesellschaft hat den Vortritt. Nicht der Bundespräsident, nicht der Bettler. Jeder ist genau ein Teil der Gesellschaft. Meine Zeit ist die gleiche Lebenszeit wie die des Bundespräsidenten.
  4. Zuhören statt reden
    Respekt zeigt sich im Zuhören. Laut Universität Heidelberg (2022) fühlen sich 67 Prozent der über 50-Jährigen in Gesprächen nicht ernst genommen, weil niemand zuhört. Lass den anderen ausreden, unterbrich nicht. Wenn der Nachbar von seinem Garten erzählt, hör hin – er fühlt sich gesehen, und du lernst vielleicht etwas. Aus meiner persönlichen Erfahrung kommen die meisten Ideen aus dem Zuhören. Nicht nur ich denke, auch andere Menschen haben die gleiche Eigenschaft. Ich muss nicht in allem zustimmen, aber oft ist es ein Nebensatz, der mir viel Zeit erspart, Lebensqualität geben kann.
  5. Dankbarkeit zeigen
    Ein „Danke“ zeigt Respekt im Alltag. Wenn dir jemand die Tür aufhält oder die Kassiererin freundlich ist, sag es. Laut Allensbach (2023) fühlen sich 59 Prozent der über 50-Jährigen nicht genug wertgeschätzt. Ein „Danke“ kostet nichts, macht aber einen Unterschied. Ein freundliches Lächeln, ein freundliches Wort.

    Beim Lächeln werden etwa 17 Gesichtsmuskeln trainiert. Dadurch werden Endorphine ausgeschüttet – Glückshormone. Wenn ich lächle, wird mein Gegenüber kaum Aggressionen gegen mich ausüben. Ich gewinne Lebensqualität. Hält mir jemand die Türe auf, ist es eine Geste des Friedens. Wollten wir nicht eine friedliche Welt? Geht es mir besser, wenn ich der freundlichen Kassiererin grimmig entgegne? Ich bin schlechter Laune und gehe, die Kassiererin ist immer noch freundlich. Ich habe mich selbst bestraft und geringeschätzt.

Respekt und Stress: Weniger Hektik, mehr Ruhe

Eine Person steht ruhig auf einer hektischen Straße und kontrastiert Stress mit Respekt im Alltag, während andere hetzen und um sie herum Telefone summen.

Respekt im Alltag und Stress hängen zusammen. Wer sich stressen lässt, wird rücksichtslos, denn das ist ein Teufelskreis. Die TU Dresden (2023) zeigt: 68 Prozent der über 50-Jährigen fühlen sich durch ständige Erreichbarkeit gestresst. Doch Respekt im Alltag hilft, das zu durchbrechen. Wer seine Grenzen kommuniziert und Rücksicht nimmt, reduziert Stress – für sich und andere. Mehr dazu in meinem Beitrag „Achtsamkeit im Frühling – Entschleunigen statt Mitlaufen“.

Hier trifft die Achtsamkeit im Alltag zu. Lasse ich mich leben, oder entscheide ich, was ich annehme? Oder entscheide ich, was ich annehme und was nicht. Oftmals macht sich das Gegenüber nur selbst das Leben leichter. Der Arzt, der 4 Patienten gleichzeitig einen Termin vereinbart, optimiert seine Zeit. Ist meine Zeit nichts wert? Habe ich kein Recht, über meine Lebenszeit selbst zu bestimmen? Es ist die Achtsamkeit, das wertfreie Annehmen, die Akzeptanz der Situation.

Achtsamkeit statt betriebsame Hektik

Nicht alle Entscheidungen gleichzeitig zu treffen. Das kann niemand, auch wenn manche betriebsame Hektik vortäuschen. Aber wenn ich Achtsamkeit bewusst übe, dann kann ich Entscheidungen schneller treffen. Ich nehme schneller den Punkt wahr und blende den Lärm des Umfeldes aus und habe die richtige Entscheidung für mich getroffen, ohne mich in Nebensächlichkeiten zu verzetteln.

Mein Lieblingsbeispiel dazu ist die Reise an einen Ort. Achtsamkeit ist den Ort anzunehmen – wertfrei. Nicht „Oh Gott ist das weit“. Den Routenplaner abfragen und die Entfernung feststellen. Rege ich mich auf, kostet dies nur Kraft. Der Ort ist deshalb keinen Meter näher. Dann die nächste Entscheidung. Das Transportmittel. Mir fällt im täglichen Leben oft auf, dass sich Leute dann in der Diskussion über die Farbe des Autos verlieren, obwohl für die Reise das Fahrrad völlig ausreichen würde. Das ist Achtsamkeit in der Praxis. Kein Hexenwerk, nur Konzentration auf das Wesentliche.

Fazit: Respekt ist machbar – und lohnt sich

Respekt ist kein Luxus, sondern etwas, das jeder leben kann, wenn man will. Es kostet nichts, wird die Lebensqualität steigern. Es fängt bei dir an: Selbstrespekt, Rücksicht, ein „Danke“ hier, ein offenes Ohr da. In einer hektischen Welt ist Respekt ein Anker – er gibt Halt. Für uns zwischen 50 und 70, die wir wissen, wie es früher war, als man sich noch kannte, ist das besonders wichtig. Warum sollte man positive Dinge ändern? Weil jemand hektische Betriebsamkeit vortäuscht, weil er wichtig sein will?

Alles wird effizienter, alles „muss schneller gehen“ – was haben wir als Gesellschaft davon? Können wir deswegen 3 Schnitzel essen, nur weil 100 Schnitzel in der Werbung angeboten werden? Wir müssen es aktiv leben – nicht weil es modern ist, sondern weil es funktioniert und denk an den Satz: „Behandle andere so, wie du behandelt werden willst.“ Alt, aber wahr.

Mehr Infos zu Respekt im Alltag am Blog

Interessiert dich das Thema weiter, dann schau in meinen Beitrag „Schulsystem Deutschland – Abfüllmaschinen statt Querdenker“ – dort geht’s um Respekt in der Bildung. Wie können wir unseren Kindern und Enkelkindern das größte Geschenk machen. Dazu braucht es keine Millionen, dazu braucht es Respekt.

Newsletter-Anmeldung

Willst du keine interessanten Infos mehr verpassen? Melde dich einfach unten zum kostenlosen Newsletter an. Einmal pro Woche versende ich ihn mit den aktuellen Beiträgen und interessanten Zusatzinfos. Kein täglicher Spam, nur kompakte Informationen.

Quellenangaben