Ein Sonnenaufgang über den Hügeln des Böhmerwaldes
Detailreiches Bild von Fasten mit Datteln, Wasser und Wecker auf einem Tisch, warmes Licht im Hintergrund, symbolisiert Tradition und Besinnung, 2025.

Wie Fasten Körper und Geist beeinflusst: Ein kritischer Blick

Während des Tages nicht essen und trinken, dafür am Abend „Fastenbrechen“, von Fasching bis Ostern die Fastenzeit. Jede religiöse Anschauung hat ihre Fastenrituale. Es soll den Gläubigen zum innehalten anleiten, soll reinigen. Ich habe mir die Frage gestellt, ob es überhaupt Sinn macht oder mehr schadet? Woher stammen die Traditionen wie Fastenzeit, Ramadan, Fasten? Welche Hintergründe gab es und warum sind sie in der religiösen Tradition so verknüpft. Aber auch wird das System „Fasten“ auf andere Lebensbereiche ausgeweitet und verfolgt man damit ein Interesse? Im folgenden Artikel versuche ich die Fragen zu erklären. Gehen Sie mit mir auf eine spannende Fastenreise.

Der ursprüngliche Gedanke des Fastens

Ob christliche Fastenzeit oder Ramadan, der Urgedanke des Fastens war nicht in religiösen Ursachen zu finden. Es war eine schlichte Notwendigkeit. Die christliche Fastenzeit am Ende des Winters. Die Vorräte aufgebraucht, neue Ernte noch nicht reif. Es blieb nichts anderes als eine Fastenzeit einzulegen. Im islamischen Glaubensbereich der gleiche Ursprung. Die Verbreitung des Islam vor allem in den Wüstenregionen. Dort herrscht selten Überfluss. Der Mensch muss sparsam mit Wasser und Lebensmitteln umgehen. Ramadan ist dazu ein Training, die christliche Fastenzeit war der Jahreszeit und Region geschuldet.

Die religiösen und staatlichen Führer waren in vergangenen Zeiten oft identisch, immer jedoch eng gebunden. Die „Regierungen“ hatten natürlich auch die Verantwortung das Volk zu lenken, nicht hungern zu lassen. Sie wussten natürlich um die Notwendigkeiten. Ein hungerndes Volk kann schnell rebellieren und die Regierung stürzen. Mit Religion lässt sich ein Volk leicht lenken. Gruppenzugehörigkeit, Heilsversprechen und Ausgrenzung von Kritikern (siehe meinen Blogbeitrag der dieses Muster erklärt) Es ist immer das gleiche Muster. So wurde die Notwendigkeit Fasten zum religiösen Mantra. Das Versprechen dabei „Folgst Du nicht, wirst Du leiden müssen“ und wer will schon in alle Ewigkeit leiden. Auch wenn es ein Versprechen in eine unbekannte Zukunft ist.

Was sagt die Medizin?

Ich habe für mich die Grundlagen warum Fasten gefunden. Warum machen Menschen Ramadan. Als Gärtner befasse ich mich viel mit Pflanzenernährung. Die Pflanze wächst nur, wenn die Bedingungen passen. Aber ich bin Mensch. Wenn ich faste, passen dann die Bedingungen? Wenn ich eine Pflanze überdünge (Fasching – Schlemmerzeit) und dann plötzlich von der Nahrung abschneide, kümmert diese Pflanze. Beim Fasten machen wir nichts anderes. Wäre es nicht sinnvoller, seine Ernährung grundsätzlich auf die „optimale Düngung“ einzustellen? Bewusst während des ganzen Lebens zu leben, nicht 11 Monate schlemmen und 1 Monat fasten?

Ich habe das mit der KI diskutiert weil ich es für mich wissen wollte. Rein aus medizinischer Sicht. Schade ich mir, nütze ich mir. Was spricht dafür, was spricht dagegen? Die Erkenntnis daraus in einer Liste zusammengefasst:

Was spricht dafür:

  • Kurzfristige Effekte:
    Wenn man fastet, schaltet der Körper auf Sparmodus. Nach 8 bis 12 Stunden ohne Nahrung sind die Glykogenspeicher (Zuckerspeicher) in der Leber leer. Der Körper geht in die Ketose, beginnt Fettreserven abzubauen. Studien (z. B. Journal of Translational Medicine 2016, British Journal of Nutrition 2018I) zeigen, dass Intervallfasten (z. B. die 16:8 Methode) Entzündungen reduzieren und den Stoffwechsel verbessern kann.
  • Langfristige Vorteile:
    Es gibt Hinweise (aus der Tierforschung Annals of the New York Academy of Sciences 2007, Autophagy (Journal) 2010, menschliche Studienlage noch sehr dünn) dass regelmäßiges Fasten die Autophagie anregt – eine Art Zellreinigung. Diese wird mit Langlebigkeit und Krankheitsprävention (z. B. Alzheimer) in Verbindung gebracht. Allerdings ausschließlich Studien an Tieren. Für Menschen gibt es keine robuste Datenlage. Auch psychisch fasten kann Erfolg zeigen: Disziplin, Achtsamkeit und dadurch mehr Aufmerksamkeit auf das Essverhalten.

Es gibt auch Risiken:

  • Ramadan und nicht trinken:
    Der Verzicht auf Flüssigkeit während des Tages kann zu Dehydration führen, besonders in heißen Klimazonen. Die Nieren werden gestresst, im schlimmsten Fall Nierenversagen. Es erhöht die Konzentration von Abfallstoffen im Blut was zu Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Müdigkeit führt. Die Laune sinkt, man ist reizbar, schafft sich unnötige Konflikte. Gerade das Gegenteil des Fastengedankens. Mediziner warnen besonders bei Vorerkrankungen wie Diabetes oder Nierenproblemen. Da kann strenges Fasten sehr riskant sein.
  • Risiken allgemein:
    Ohne Vorbereitung oder bei Extremen (z. B. tagelanges Fasten ohne Flüssigkeit) drohen Muskelabbau, Nährstoffmängel oder Kreislaufprobleme. Beim Ramadan gleichen viele das nachts mit großen Mahlzeiten aus, was den positiven Effekt wieder zunichtemachen kann, wenn es ungesund wird. Dann ist es mehr Show als Nutzen

Fasten kann medizinisch Sinn machen, wenn es moderat und kontrolliert abläuft – Intervallfasten oder kürzere Phasen werden oft empfohlen. Der komplette Verzicht auf Wasser beim Ramadan ist aus physiologischer Sicht aber eine Belastung, die nicht jeder Körper gut wegsteckt. Es hängt also davon ab, wie fit jemand ist und wie er es umsetzt. Religiöse Versprechen mögen motivieren, aber die Biologie verhandelt nicht. Doch auch in der Gesellschaft ist es ein Thema, der Mensch mehr als sein Körper.

Wer mehr wissen will:

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Bücher zum Fasten

„Mit Ernährung heilen: Besser essen – einfach fasten – länger leben“ von Andreas Michalsen Michalsen ist ein deutscher Arzt und Fastenexperte, der den Sinn des Fastens wissenschaftlich und praktisch aufdröselt – passt genau zum Thema. Er erklärt, wie Fasten (Heilfasten, Intervallfasten) den Körper entlastet, mit Studien untermauert (z. B. zu Entzündungen und Autophagie). Kein Esoterik-Kram, sondern Fakten für den Kopf. Hier bei Amazon kaufen

„Wie neugeboren durch Fasten“ von Hellmut Lützner Ein Klassiker vom Fastenarzt Lützner – über 45 Jahre Erfahrung, praktische Anleitung zum Heilfasten, mit Rezepten (z. B. Brühen). Es geht um den körperlichen Reset, ohne Schnickschnack oder Versprechen von Erleuchtung. Hier bei Amazon kaufen

„Achtsamkeit: Die Kraft bewusster Wahrnehmung im Alltag“ von Jon Kabat-Zinn Kein Fastenbuch im klassischen Sinne, aber der König der Achtsamkeit – Kabat-Zinn bringt „psychisches Fasten“ auf den Punkt: Verzicht auf Hype, Geist entrümpeln, im Jetzt leben. Kein Säure-Basen-Quatsch, sondern Psychologie mit Tiefgang (Mindfulness-Based Stress Reduction). Passt perfekt zu „Mach langsam, es pressiert“. Bei Amazon kaufen

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Mehr als Tradition?

Fasten ist ein allgemeines Thema weltweit. In allen Religionen, allen Gesellschaften ein Thema. Unterschiedliche Herangehensweise, unterschiedliche Gründe. Ich bewerte hier nicht nach Falsch oder Richtig, ich zeige die Grundlagen auf. Die Religionsführer haben den Nutzen erkannt, wer nicht mitmacht, bekommt nicht die Erleuchtung. Ist raus aus der schützenden Gemeinschaft, muss in der Hölle schmoren.

Fasten nur in der Religion?

Doch auch in der heutigen Zeit wird das gleiche Muster verwendet. Erfolgstrainer predigen Fasten, Verzicht, die rituelle Säuberung des Geistes. Optimal damit, dass man deren Kurse und Seminare zum Preis von nur 999 Euro kauft. Mit 2 Wochen Rückgaberecht, aber dann ist man nicht im Kreise der Erleuchteten – nicht in der Gruppe, der Gesellschaft, aus dem schützenden Rahmen gefallen.

Klimafasten?

Klima! Müssen wir nicht alle das Klima schützen? Mit Wärmepumpen, Solaranlagen auf Ackerflächen und Windrädern statt Wald? Wir müssen verzichten, es ist ja für die große Sache. In 50 Jahren werden wir schönes Wetter haben. Und wer will nicht schönes Wetter? Wer will schon seinen Kindern einen brennenden Planeten hinterlassen? Beweise? Klimamodelle werden berechnet. Kritiker werden als „Klimaleugner“ diffamiert. Die Sektenführer diskutieren derweil in klimatisierten Hallen in Dubai. Angereist mit 1000 Privatjets. Der Bürger soll auf den Urlaub verzichten, mit dem Fahrrad fahren.

Mein Blick drauf

Ich persönlich gehe immer so nüchtern und sachlich an die Fragen. Höre mir Argumente an, suche die Muster. Eigentlich psychisches Fasten. Nicht der Hype, nicht die Schlagzeile leiten mich, sondern die Achtsamkeit. Thema wahrnehmen, Analyse, aus der Analyse erfolgt dann die Meinungsbildung, mit Fakten hinterlegt. Nur weil der große Führer es erzählt, mag es noch lange nicht stimmen. Die Fragen sind einfach, die Antworten darauf ebenfalls. Komplexe Antworten geben diejenigen, die etwas verkaufen wollen.

Ausgewogen statt Völlerei

Hier eben auch wieder die einfache Frage. Warum Fasten, wenn ich doch einfach meinen Motor pflege? Der Motor des Menschen braucht einen ausgewogenen Kraftstoff. Egal was ich esse, die Dosis macht das Gift. Die Mischung macht die Medizin. Wenn ich (bleiben wir bildlich beim Motor) meinen Motor mit schlechtem Kraftstoff tanke, dann braucht er mehr Wartung. So ist es auch bei der Ernährung. Was hindert mich daran, mich immer gut zu ernähren? In meinem Artikel habe ich es am Beispiel der Weizenwampe aufgezeigt. Man kann das „billige“ Brötchen aus dem Supermarkt kaufen oder mit dem gleichen Geld, etwas Zeit, sich ein wertvolles Brot selbst backen. Guter Kraftstoff, statt teurer Werkstattkosten mit dem Risiko eines Motorschadens.

Erkennen was ich tue

Das psychische Fasten führt zum Erfolg. Achtsam im Hier und Jetzt die Welt wahrnehmen. Ich höre oft: „Ich habe keine Zeit, gutes Essen zu kochen“ Niemand bekommt dafür von mir Verständnis. Auch mein Tag hat 24 Stunden. Auch mein Kühlschrank füllt sich nicht von selbst. Es ist eine Frage wie ich die 24 Stunden nutze. Viele wissen es nicht. Das Leben rauscht an ihnen vorbei. Um das zu erkennen braucht es keinen Kurs und keinen Fastenmonat. „Mach langsam, es pressiert“ – eigentlich ein Widerspruch, aber eine große Weisheit, die mir immer wieder einfällt.

Wie sieht es mein Leser? Fasten? Aus religiösen Gründen, aus Gründen der Entgiftung? Oder lieber doch insgesamt eine ausgewogene Lebensführung und gleich immer Fit bleiben? Schreib es mir in die Kommentare. Mich würde es brennend interessieren wie andere Menschen das handhaben.

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